Eurofighter: Rosenbauer-Manager werden befragt

Der Eurofighter-Untersuchungsausschuss befragt heute gleich drei Zeugen zu dubiosen Zahlungsflüssen rund um die Gegengeschäfte zum Jetkauf. Rede und Antwort stehen müssen Wolfram Mücke, ehemals Prokurist der Rosenbauer International AG, dann Herbert Werner, Autor des „Lüssel“-Dokuments, sowie Dieter Siegel, aktuell Vorstandsvorsitzender der Rosenbauer International AG.

Verbindung mit Briefkastenfirma im Fokus

Es gehe darum, Licht ins Dunkel der Mechanismen hinter der Abrechnung der Gegengeschäfte zu bringen, sagte Reinhard Bösch (FPÖ). Von Werner will man hören, was es denn mit „Dr. Lüssel“ und „Dr. Wartenstein“ in seinen Kalendereinträgen auf sich hat.

Laut Staatsanwaltschaft München ist in Unterlagen in Zusammenhang mit der Londoner Briefkastenfirma City Chambers Limited, die von EADS 8,4 Mio. Euro Schmiergeld bekommen und weiterverteilt haben soll, von Gesprächen zwischen Lobbyisten wie eben Vermögensberater Werner und österreichischen Politikern wie „Dr. Lüssel“, „J. Laider“ und „K.H. Lasser“ die Rede. Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) hatte im U-Ausschuss bereits gesagt, sich nicht angesprochen zu fühlen - er kenne Werner nicht.

„Viele Erinnerungslücken“ erwartet

ÖVP-Fraktionsführerin Gabriele Tamandl würde von Werner gerne mehr über die Konstellation der Briefkastenfirmen in Zusammenhang mit der Abwicklung der Gegengeschäfte erfahren, glaubt aber nicht an große Auskunftsfreude des Zeugen. Auch SPÖ-Fraktionschef Otto Pendl erwartet viele Erinnerungslücken.

„Der Herr Werner wird nix sagen“, befürchtet auch Team-Stronach-Vertreter Leo Steinbichler. Auch die beiden Rosenbauer-Vertreter dürften sich „diskret halten“, wie es zu den Geldflüssen kam, vermutet Steinbichler. Dennoch sei es wichtig, das Bild der ominösen Geldflüsse im Ausschuss zu zeichnen.

Mücke bestätigte Gegengeschäft

Mücke bestätigte im Ausschuss bereits, dass der auf Feuerwehrautos spezialisierte Konzern für die Anmeldung eines Eurofighter-Gegengeschäfts Provisionen erhielt. Konkret ging es um die Lieferung von Löschfahrzeugen nach Kroatien. Eingefädelt wurde das Geschäft durch den deutschen Partner Daimler, der wegen Bestechung kroatischer Beamter eine Millionenstrafe zahlen musste.