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15 Wörter mit „Botschaft“

Die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Irmgard Griss wird hinter Parteichef Matthias Strolz auf Platz zwei der Bundesliste sowie als Spitzendandidatin der steirischen Landesliste bei der Nationalratswahl für NEOS antreten. Parteimitglied wird sie nicht - vielmehr wird eine Allianz gegründet. Deren Name ist lang.

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Heißen soll das Wahlbündnis nicht ganz unsperrig „NEOS - Das Neue Österreich gemeinsam mit Irmgard Griss, Bürgerinnen und Bürger für Freiheit und Verantwortung“, die Kurzbezeichnung bleibt allerdings „NEOS“. Damit setzte Strolz seine Ankündigung um, in der Listenbezeichnung sowohl NEOS als auch Griss als auch eine inhaltliche „Botschaft“ unterzubringen.

NEOS-Vorsitzender Matthias Strolz und Irmgard Griss

APA/Helmut Fohringer

Die parteilose Griss wird in der neuen Listenbezeichnung namentlich aufgeführt

Strolz zeigte sich bei der Präsentation zuversichtlich, dass die Mitgliederversammlung am Wochenende diesen Empfehlungen des erweiterten Vorstandes mit der nötigen Zweidrittelmehrheit zustimmen wird. Er habe gute Argumente und auch schon viele positive Rückmeldungen. Tatsächlich wurde Griss mit nur sieben Gegenstimmen auf der Liste platziert.

„Reifer Zeitpunkt“

„Was lange währt, wird endlich gut“, leitete Griss nach monatelangen zähen Spekulationen über eine Kandidatur ihr Statement zum Antreten am Donnerstag ein. „Gut Ding braucht Weile“, schoss sie gleich noch ein zweites Sprichwort nach, um ihr langes Zögern zu erklären. Sie treffe alle Entscheidungen nach reiflicher Überlegung und sie habe überhaupt keinen Grund gesehen, schon vorher an die Öffentlichkeit zu gehen.

„Ich bin ja nicht im Verdacht, dass ich frei von Ungeduld bin“, räumte Strolz ein, aber er habe in der Politik gelernt, wie wichtig das richtige Timing sei, und „der reife Zeitpunkt ist jetzt“. Gespräche mit ÖVP-Chef Sebastian Kurz habe es gegeben, bestätigte Griss einmal mehr - die Idee von NEOS entspreche ihr aber eher.

Griss will „Beitrag leisten“

Sie wolle einen „Beitrag leisten“, das große Potenzial in Österreich auch wirklich zu nützen, sagte Griss. In der Hypo-Kommission, die sie leitete, habe sie „hautnah erlebt, dass Verantwortung eigentlich im politischen Bereich ein Fremdwort ist“. Neben Verantwortungsbewusstsein beschwor Griss auch Werte wie Respekt, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung, Leistungsbereitschaft und Solidarität - bei diesen Grundsätzen „haben wir uns gefunden, da stimme ich mit den NEOS überein“. Sie freue sich auf die Zusammenarbeit, so Griss.

Griss bildet mit NEOS Allianz

Lange hat es Spekulationen gegeben, jetzt hat sich Griss entschieden. Sie wird am 15. Oktober bei der Nationalratswahl mit NEOS antreten.

Das tut erwartungsgemäß auch Strolz. Man teile dieselben Werte und „dieselben Leidenschaften - thematisch“. Es brauche eine Weiterentwicklung des Landes weg vom „Parteienstaat“ hin zu einer „Republik der Bürger“, meinte Strolz. „Wir leben in bewegten Zeiten“, am 15. Oktober stehe eine „Weichenstellung“ an. Einmal mehr beklagte Strolz Stillstand, Streit und gegenseitige Geringschätzung in der Regierung. „Ich glaube, das ist eine echte Alternative“, so Griss zur „Allianz“ mit NEOS.

Lange geziert

Griss hatte im ersten Wahlgang zur Hofburg 18,9 Prozent der Stimmen geholt und danach ein weiteres politisches Engagement angekündigt. Konkrete Pläne hatte sie aber nie geäußert. Mit NEOS wurde sie seither immer in Verbindung gebracht, sie hatte sich aber bisher geziert, sich an die Partei zu binden. Zuletzt hatte Griss auf Puls 4 eine Gerichtssendung moderiert, diese wurde aber nach drei Folgen nicht mehr fortgesetzt.

Strolz und Meinl-Reisinger bei Vorwahl voran

Die Vorwahl von NEOS hatte zuvor kaum Überraschungen gebracht: Strolz entschied das Bürgervoting in der Frage des Spitzenkandidaten klar für sich. Listenplatz zwei wiesen die Teilnehmer der Wiener NEOS-Klubobfrau Beate Meinl-Reisinger zu. Von den bisherigen Mandataren verpasste nur Michael Bernhard, derzeit im Eurofighter-U-Ausschuss aktiv, die Top Ten.

Getrennt abgestimmt wurde über die Spitzenkandidatur einerseits und die weiteren Listenplätze anderseits. Parteigründer Strolz war im Rennen um Platz eins gegen allerdings ziemlich unbekannte Kontrahenten ungefährdet. Er erzielte 3.131 Punkte, die zweitplatzierte Eva Maria Meidl kam auf 209 Punkte.

Mehrteiliger Auswahlprozess

Die Vorwahl, an der jedermann gegen einen Kostenbeitrag teilnehmen konnte, sind nur ein Teil des Auswahlprozederes. Vorstand und Mitgliederversammlung tragen ebenfalls jeweils zu einem Drittel zur Kandidatenfindung bei. Der Vorstand stimmt am Freitag ab, schließlich wird der Vorwahlprozess am Sonntag mit einer Mitgliederversammlung abgeschlossen. Auch die Landeslisten werden bei dieser Gelegenheit besetzt. Angesichts der Prominenz der bei der Vorwahl erfolgreichen Kandidaten wird es aber kaum zu größeren Umreihungen kommen.

Frauen schnitten gut ab

An der Vorwahl nahmen mehr als 3.500 Personen teil. Stärker als bisher bei NEOS üblich reüssierten Frauen. Gleich sechs schafften es unter die Top Ten. Hinter Meinl-Reisinger, die vom Landtag in den Nationalrat zurückkehren könnte, sicherte sich Claudia Gamon, die bereits im Hohen Haus vertreten ist, Platz zwei beim Listenvoting.

Beide zählen zur Wiener Landespartei, bei der gleich die ersten vier Plätze an Frauen gingen. Gewisse Chancen als Neueinsteiger könnte JUNOS-Chef Douglas Hoyos haben, der Rang sechs unmittelbar vor Stephanie Krisper eroberte, die ebenfalls noch nicht im Nationalrat vertreten ist.

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