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Nur sieben Gegenstimmen

Irmgard Griss kandidiert fix auf dem zweiten Platz der NEOS-Liste für die Nationalratswahl. Die ehemalige Präsidentschaftskandidatin erhielt bei der Mitgliederversammlung am Samstag die überwiegende Mehrheit der insgesamt 518 Stimmen.

Gegen die Allianz gab es lediglich sieben Stimmen. „Ich bin überwältigt“, bedankte sich Griss, die damit zum ersten Mal für NEOS kandidiert. Dass bei rund 300 anwesenden Personen mehr als 500 Stimmen abgegeben wurden, liegt daran, dass auch im Namen Abwesender gewählt werden durfte. Zwei Drittel der Stimmen waren für die Kandidatur der ehemaligen Höchstrichterin notwendig.

Nach dem positiven Votum wird Griss auf Platz zwei der Bundesliste hinter Parteigründer Matthias Strolz sowie auf Platz eins der steirischen Landesliste aufscheinen. „Gemeinsam können wir etwas weiterbringen“, sagte Griss nach ihrer Wahl, „ich bin dazu bereit.“

Weitere Entscheidungen am Sonntag

Wer es letztlich sonst noch auf die Bundesliste schafft, entscheiden am Sonntag abermals die Mitglieder. Zwei Drittel des Entscheidungsprozederes sind bis dahin schon absolviert. Denn die Stimmen einer öffentlichen Vorwahl, des Vorstands und der Mitgliederversammlung werden zu gleichen Teilen herangezogen.

Irmgard Griess

APA/Herbert P. Oczeret

Griss und Strolz freuen sich sichtlich über die große Zustimmung

„Für mich eine große Ehre“

Griss hatte vor der Abstimmung bei den NEOS-Mitgliedern noch einmal für sich geworben. „Es ist für mich eine große Ehre“, sagte sie am Samstag über ihr Antreten auf Platz zwei der Liste. Griss war bereits einmal bei einer Mitgliederversammlung von NEOS vor einem Jahr aufgetreten und hatte ihre Ansichten präsentiert. Nun trat sie erstmals als offizielle Kandidatin der Oppositionspartei auf.

Die ehemalige Höchstrichterin merkte an, dass sie ohne die Unterstützung von NEOS längst nicht so viele Stimmen bei der Präsidentschaftswahl erreicht hätte. Auch im vergangenen Jahr sei sie nicht untätig gewesen, etwa bei „Tischgesprächen“ der Partei.

„Meine fünf Vs“

Griss betonte vor allem die gemeinsamen Werte, die sie und NEOS verbinden: gegenseitiger Respekt, Eigenverantwortung, Leistungsgemeinschaft und Solidarität. Aber auch ihre eigenen fügte die ehemalige OGH-Präsidentin diesen hinzu. Nämlich Veränderung, Verantwortung, Vernunft, Verständnis und Vertrauen - „das sind meine fünf Vs“. Und im Hinblick auf die Nationalratswahl merkte Griss an: „Auch das Victory-Zeichen ist ein V.“

Zuvor hatte Strolz seine Mitglieder bereits auf die kommenden Monate eingeschworen. „Ich glaube, dass hier große Chancen unterwegs sind für unsere Bewegung“, gab er sich gewohnt optimistisch. Das „Kartell“ zweier politischer Kräfte - also SPÖ und ÖVP - gehe zu Ende. Zu viel an Streit, wechselseitiger Geringschätzung, Blockade und Stillstand hätten dazu geführt. „Das geht besser, davon bin ich zutiefst überzeugt“, so der NEOS-Gründer.

Strolz beschwört Allianzen

Strolz beschwor auch nochmals die „Allianzen“, die eine der großen Stärken der NEOS seien - auch etwa mit anderen Parteien im Parlament. Aber auch mit Menschen aus der Gesellschaft, wie die SPÖ-nahe Unternehmerin Viktoria Kickinger, die derzeit mit anderen Persönlichkeiten an einer Art inhaltlichem Programm arbeitet. „Ich bin überzeugt davon, mit den NEOS kann man Staat machen“, äußerte sich diese wiederum auf der Bühne wertschätzend.

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