Bericht: Dutzende Homosexuelle in Tschetschenien getötet

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Ein Bericht über die angebliche Hinrichtung von Dutzenden Homosexuellen in der russischen Teilrepublik Tschetschenien hat große Besorgnis bei Menschenrechtlern ausgelöst.

Die kremlkritische Zeitung „Nowaja Gaseta“ veröffentlichte in ihrer Montag-Ausgabe die Namen von 27 jungen Männern, die ohne Anklage festgenommen und in der Nacht zum 26. Jänner getötet worden sein sollen. Das Blatt beruft sich auf ranghohe Informanten aus den Behörden in Tschetschenien.

Bericht für AI glaubwürdig

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) stufte den Bericht als glaubwürdig ein und forderte eine umfassende Aufklärung des Falls. AI habe über mehrere Jahre hinweg Fälle von Hinrichtungen im russischen Nordkaukasus dokumentiert, hieß es.

Die Zeitung hatte in den vergangenen Monaten mehrfach von Verschleppung und Misshandlung Homosexueller in Tschetschenien berichtet. Präsident Wladimir Putin hatte in dem Fall dem autoritären Republikchef Ramsan Kadyrow den Rücken gestärkt.

Keine Stellungnahme vom Kreml

Kreml-Sprecher Dimitri Peskow sagte, er habe die Berichte zur Kenntnis genommen. Da die Quellen anonym seien, könne er keine Stellungnahme abgeben. Russlands Menschenrechtsbeauftragte Tatiana Moskalkowa sagte, sie habe zu den nun veröffentlichten Namen bereits eine Anfrage an die Ermittler geschickt. Die „Nowaja Gaseta“ hatte den Behörden vorgeworfen, die Untersuchungen zu verschleppen.