US-Justizausschuss will Trump Jr. befragen

Der Justizausschuss des US-Senats will den ältesten Sohn von US-Präsident Donald Trump in der Russland-Affäre befragen. Der Vorsitzende des Gremiums, der Republikaner Chuck Grassley, kündigte gestern an, Donald Trump Jr. in einem Brief um eine Aussage vor dem Gremium zu bitten.

Der 39-jährige Präsidentensohn hatte eingeräumt, dass er sich während des Wahlkampfes mit einer russischen Anwältin getroffen hatte. Er machte am Dienstag einen entsprechenden E-Mail-Wechsel öffentlich. Daraus geht hervor, dass ihm belastende Informationen über Hillary Clinton, die Konkurrentin seines Vaters bei der Präsidentschaftswahl, in Aussicht gestellt worden waren.

US-Geheimdienste beschuldigen Moskau seit längerer Zeit, hinter Attacken auf E-Mail-Konten der Demokraten zu stehen. Sie werfen dem Kreml vor, sich auf diese Weise in den Wahlkampf eingemischt zu haben, um Trump zu helfen und seiner Konkurrentin Clinton zu schaden. Ein Sonderermittler und mehrere Kongressausschüsse untersuchen, ob es dabei Absprachen mit Trumps Wahlkampflager gab.

Trump gibt Sohn Rückendeckung

Der US-Präsident verteidigte gestern im Zuge seines Besuchs in Paris die Entscheidung seines ältesten Sohnes, die Anwältin zu treffen. „Praktisch gesehen denke ich, dass die meisten Leute dieses Treffen wahrgenommen hätten. So etwas nennt man Recherche über die Opposition“, sagte Trump. Es sei normal im politischen Geschäft, Informationen über Konkurrenten einzuholen.

„Politik ist nicht das netteste Geschäft der Welt“, fügte er hinzu. Das Treffen an sich sei sehr kurz gewesen, und bei der Anwältin habe es sich auch nicht um eine Regierunsanwältin gehandelt. Aus dem von Donald Trump Jr. veröffentlichten E-Mail-Wechsel geht auch hervor, dass ihm seine Gesprächspartnerin als Regierungsanwältin angekündigt wurde.