Erntehelfer ausgebeutet: Haft für italienische Unternehmer

Vier süditalienische Landwirtschaftsunternehmer sind wegen Ausbeutung ausländischer Arbeitskräfte auf den Feldern zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Auch acht Afrikaner, die mit den Landwirtschaftsunternehmern afrikanische Erntehelfer für die Feldarbeiten rekrutierten, wurden zu elf Jahren Haft verurteilt, berichteten italienische Medien.

Die Urteile wurden von einem Gericht im apulischen Lecce fünf Jahre nach der Festnahme der Landwirtschaftsunternehmer gefällt. Drei Angeklagte wurden freigesprochen. Jahrelang sollen die Verurteilten ausländische Migranten wie Sklaven auf Paradeiser- und Wassermelonenfeldern in der süditalienischen Region Apulien ausgebeutet haben.

Streikführer an Klage beteiligt

Als Nebenkläger beteiligte sich am Prozess der Präsident des Verbands „No Cap“, Yvan Sagnet. Der Migrant aus Kamerun hatte 2011 einen Migrantenstreik auf den Feldern geführt und dazu beigetragen, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die dramatischen Lebensbedingungen ausgebeuteter Erntehelfer auf den Feldern Süditaliens zu lenken. Dank Sagnets Einsatz wurden mehrere Landwirtschaftsunternehmer wegen Ausbeutung von Migranten verurteilt.

Seit dem vergangenen Oktober ist in Italien ein Gesetz in Kraft, mit dem die Ausbeutung von Arbeitskräften aus den Feldern mit bis zu sechs Jahren Haft bestraft wird. Diese Strafe kann um weitere zwei Jahre verschärft werden, wenn der Arbeitnehmer geschlagen oder schwer bedroht wurde. Neben den Haftstrafen sind auch Geldstrafen zwischen 500 und 1.000 Euro pro Schwarzarbeiter vorgesehen. Dieser Betrag steigt auf 2.000 Euro, wenn der Arbeitnehmer Gewalt erlitten hat oder bedroht wurde. Für die Opfer sind Entschädigungen vorgesehen.