Greenpeace-Schiff konfisziert: Millionenstrafe für Moskau

Russland soll den Niederlanden 5,4 Millionen Euro als Entschädigung für die vorübergehende Beschlagnahmung des Greenpeace-Schiffs „Arctic Sunrise“ zahlen. Der Ständige Schiedshof im niederländischen Den Haag teilte heute mit, internationale Richter hätten diese Summe einstimmig festgelegt.

Die russische Küstenwache hatte den unter niederländischer Flagge fahrenden Eisbrecher 2013 in der Barentssee aufgebracht und die 30 Greenpeace-Aktivisten und Journalisten an Bord festgenommen.

Protestaktion gegen Ölförderung

Die Umweltschützer wollten seinerzeit mit einer Protestaktion in der Nähe einer Ölplattform des russischen Energieriesen Gasprom auf die Gefahren der Ölförderung in der Arktis aufmerksam machen. Die Ölplattform befindet sich in der russischen Sonderwirtschaftszone, nicht in Russlands Küstengewässern.

1,69 Millionen Euro entfallen dem Gericht zufolge auf den Schaden am Schiff und 2,46 Millionen Euro auf den Schaden, den die Menschen auf dem Schiff davongetragen haben. Moskau hatte bereits angekündigt, die Autorität des Gerichts nicht anzuerkennen. An dem Schlichtungsverfahren nahm Russland gar nicht erst teil. Der Schiedsspruch ist rechtlich bindend, doch gibt es keine konkrete Handhabe zu dessen Umsetzung.