USA bereiten offenbar Sanktionen gegen Venezuela vor

Die USA bereiten Regierungskreisen zufolge Sanktionen gegen Venezuela vor, um den Druck für einen Verzicht auf die umstrittene Verfassungsreform zu erhöhen.

Im Visier seien Verteidigungsminister Vladimir Padrino Lopez und weitere ranghohe Personen aus dem Umfeld der Führung des südamerikanischen Landes wegen Menschenrechtsverletzungen, verlautete gestern aus den Regierungskreisen.

Auch gegen den Vizechef der regierenden Sozialisten von Präsident Nicolas Maduro könne es Strafmaßnahmen geben. US-Präsident Donald Trump hatte der venezolanischen Regierung mit raschen Sanktionen gedroht, sollte sie ihre Pläne für eine verfassungsgebende Versammlung umsetzen, gegen die es seit Monaten zu Massendemonstrationen kommt. Bei den Protesten wurden schon rund 100 Menschen getötet.

Regierung sieht Umsturzversuch der USA

Trump wirft Maduro vor, den Wunsch des Volkes nach Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit zu ignorieren und eine Diktatur errichten zu wollen. Maduro hat für den 30. Juli Wahlen zu einer verfassungsgebenden Versammlung angesetzt, die laut der Opposition seine Macht sichern soll. Die linke Regierung sieht in den Protesten einen Umsturzversuch auf Betreiben der USA. Für Donnerstag hat die Opposition zu einem landesweiten Streik aufgerufen.

Maduro wurde 2013 zum Präsidenten gewählt. Seither schlitterte das ölreiche Land in eine schwere Wirtschaftskrise, verursacht auch durch den Einbruch des Ölpreises auf dem Weltmarkt. Bei der Parlamentswahl 2015 siegte die Opposition. Der Präsident ignoriert seitdem die Volksvertretung.