Nach Verhaftungen: Berlin verkündet Schritte gegen Ankara

Nach den jüngsten Verhaftungen von Menschenrechtlern in der Türkei droht die deutsche Regierung Ankara mit Konsequenzen. Deutschlands Außenminister Sigmar Gabriel, der aufgrund der zugespitzten Lage seinen Urlaub abbrach, will dazu heute Maßnahmen verkünden. Schon gestern wurde der türkische Botschafter ins Auswärtige Amt in Berlin zitiert.

Dabei wurde ihm nach Angaben des Ministeriums „klipp und klar“ mitgeteilt, dass die Verhaftungen des Deutschen Peter Steudtner und fünf weiterer Menschenrechtsaktivisten in Istanbul „weder nachvollziehbar noch akzeptabel“ seien.

Schärfere Reisehinweise möglich

Die türkische Staatsanwaltschaft wirft den Inhaftierten vor, eine „bewaffnete Terrororganisation“ zu unterstützen. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte sie zuvor in die Nähe von Putschisten gerückt. Im Zusammenhang mit dem Putschversuch in der Türkei vor einem Jahr sind dort bisher 22 deutsche Staatsbürger festgenommen worden.

Aktuell seien noch neun von ihnen in Haft, darunter auch der deutsch-türkische „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel. Für Aufsehen sorgt auch ein Bericht, dem zufolge Ankara mehrere deutsche Firmen der Terrorunterstützung beschuldigt. Laut dem SPD-Vorsitzenden Martin Schulz erwägt Deutschland nun eine Verschärfung der Reisehinweise für die Türkei.