Verurteilter Mörder von Regisseur Pasolini gestorben

Fast 43 Jahre nach dem gewaltsamen Tod des italienischen Schriftstellers und Filmregisseurs Pier Paolo Pasolini ist der wegen des Mordes verurteilte Pino Pelosi gestern gestorben. Das ehemalige Straßenkind erlag 58-jährig in einem römischen Krankenhaus einer längeren Krankheit, berichteten italienische Medien.

Mit Pelosi starb eine Schlüsselfigur im rätselhaften Mord an Pasolini. In der Nacht auf den 2. November 1974 hatte sich der damals 17-Jährige, der gegen Geld sexuelle Dienste anbot, mit Pasolini zum Strand in Ostia bei Rom begeben, wo später die verstümmelte Leiche des Regisseurs entdeckt wurde.

Laut Pelosis ursprünglicher Aussage setzte er sich gegen einen Vergewaltigungsversuch Pasolinis zur Wehr und tötete den um 36 Jahre älteren Künstler ohne Hilfe von Komplizen.

Polizei vermutet Komplizen

Der minderjährige Pelosi wurde wegen Mordes verurteilt und saß neun Jahre im Gefängnis. Ermittler bezweifelten von Anfang an, dass ein Täter allein das Opfer derart hätte verstümmeln können. Am Tatort wurden Kleidungsstücke und Fußabdrücke gefunden, die weder zu Pasolini noch zu Pelosi gehörten.

2005 sagte Pelosi in einem Fernsehinterview, dass noch zwei andere Personen am Tatort gewesen seien und er das aus Angst nie eingeräumt habe. In einer weiteren Aussage vor Gericht wies Pelosi im Jahr 2010 jede Schuld von sich.