Bud-Spencer-Doku: Hommage an den Dampfhammer

Acht Jahre hat der Waldviertler Regisseur Karl-Martin Pold (unten rechts im Bild) an seinem ersten Dokumentarfilm gearbeitet - und die Mühe hat sich gelohnt: Mit „Sie nannten ihn Spencer“ ist ihm eine furios-komische, temporeiche Hommage an den italienischen Komödienstar Bud Spencer gelungen. Ein Film, der sich betont unintellektuell gibt - und dennoch ein paar schöne Erkenntnisse ermöglicht.

US-Schauspieler Bud Spencer und der Regisseur Karl-Martin Pold

Thimfilm

Denn Pold hat nicht den klassischen Ansatz der Erklärdoku gewählt. Über den Lebenslauf des kurz nach Ende der Dreharbeiten verstorbenen Schauspielers, der mit bürgerlichem Namen Carlo Pedersoli hieß, erfährt man gar nicht viel. Dafür umso mehr über die Bedeutung, die er als Kunstfigur für seine Fans hat: Der korpulente Kämpfer für die Schwachen ist der Vater, den sie alle gerne gehabt hätten.

Zwei Fans unterwegs zu ihrem Helden

Zwei dieser Fans hat Pold als Protagonisten in den Film geholt. Der Bayer Marcus lernte nach einem schweren Unfall durch Spencer-Filme wieder zu lachen. Und Jorgo, der seit seiner Geburt blind ist, liebt die „Plattfuß“-Filme schon wegen der unnachahmlich flapsigen deutschen Synchro-Dialoge. Diese beiden „Fanboys“ begleitet Pold auf ihrer Reise in einem alten VW-Bus. Sie wollen Bud Spencer ausfindig machen, um sich bei ihm zu bedanken.

Dass einiges auf dieser Fahrt inszeniert ist, will der Film gar nicht verbergen. Stattdessen inszeniert er seine beiden Reisenden nun erst recht und lässt sie immer wieder Lieblingsszenen zwischen Spencer und dessen Filmpartner Terence Hill nachspielen, um sie an den Originalszenen zu spiegeln. Aus dem „Dicken“ und dem „Blonden“ der Italo-Prügelfilme erwächst so das parallele Buddy-Team, „der Blinde und der Blonde“ - respektlose, aber stets liebevolle Blindenwitze inklusive.

Italo-Score und Originalszenen

Der größte Coup gelang Pold und seiner Produktionsfirma, der Wiener Epo-Film, dabei mit dem Erwerb der Rechte für Filmszenen und Originalmusik der Spencer-Filme. Gefühlt die Hälfte der Doku besteht aus geschickt in die „Handlung“ gewobenen Best-of-Momenten. Und die machen definitiv Lust auf mehr. - „Sie nannten ihn Spencer“ startet heute österreichweit im Kino.