FARC-Rebellen in Kolumbien wollen Partei gründen

Die Rebellen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) wollen am 1. September eine Partei gründen. Das kündigte FARC-Führungsmitglied Carlos Antonio Lozada heute vor Journalisten in Bogota an. Der Name und die Programmatik der Partei sollen bei einem Gründungsparteitag Ende August festgelegt werden.

„Am 1. September werden wir mit der Partei in die Öffentlichkeit treten“, sagte Lozada, der mit bürgerlichem Namen Julian Gallo heißt. „Wir haben Frieden geschlossen, um in die Politik zu gehen“, erläuterte FARC-Unterhändler Ivan Marquez mit Blick auf das im November unterzeichnete Friedensabkommen zwischen der Armee und der FARC.

Die Entwaffnung von 7.000 früheren FARC-Kämpfern unter Aufsicht der UNO wurde Ende Juni abgeschlossen. In dem seit 1964 andauernden Konflikt zwischen der Armee und der FARC, anderen linksgerichteten Guerillagruppen und rechten Paramilitärs wurden mehr als 260.000 Menschen getötet. Etwa sieben Millionen Menschen wurden zur Flucht gezwungen, mehr als 60.000 werden vermisst.