Grüne sehen Bürstmayr als Angebot an Bürgerliche

Die Grünen haben heute ihren wohl profiliertesten Neueinsteiger präsentiert. Der Rechtsanwalt Georg Bürstmayr soll künftig im Nationalrat die Bereiche Sicherheit und Justiz beackern. Klubchef Albert Steinhauser hält den Juristen für ein Angebot an bürgerliche Wähler, die mit der Politik von ÖVP-Obmann Sebastian Kurz nichts anfangen könnten.

Bürstmayr steht just auf jenem Platz sechs der Bundesliste, den Peter Pilz nach seinem Scheitern im Kampf um Platz vier nicht hinnehmen wollte. Steinhauser sagte mehrfach, dass selbst bei einem von ihm nicht erwarteten schwachen Abschneiden der Grünen Bürstmayr fix in den Nationalrat einziehen werde.

Anwalt geht von fixem Platz aus

Auch der Anwalt selbst, der schon mehrfach vergeblich einen wählbaren Listenplatz angepeilt hatte, ist davon überzeugt, künftig dem Parlament anzugehören. Er habe deshalb seine Kanzlei schon erheblich umgestaltet. In der Öffentlichkeit aufgefallen war Bürstmayr in den vergangenen Jahren vor allem als Experte in den Bereichen Asyl und Grundrechte. Letztere sollen auch einen Schwerpunkt in seiner parlamentarischen Arbeit darstellen.

Steinhauser war sichtlich erleichtert, wieder einmal positive Nachrichten aus seinem Klub berichten zu können. Mit Bürstmayr werde erstmals ein Rechtsanwalt die Grünen im Nationalrat verstärken, freute sich der Fraktionschef. Ob Steinhauser seine Rolle als Justizsprecher dem Anwalt überlassen wird, ließ er offen. Die Sprecherrollen würden erst nach der Wahl verteilt.

Gelassenheit über Pilz’ Antreten

Seit gestern ist es fix, dass Pilz bei der Nationalratswahl am 15. Oktober mit einer eigenen Liste antreten wird. Das mediale Interesse an der Entscheidung war groß - die Reaktion der politischen Mitbewerber demonstrativ gelassen. Die grüne Parteichefin Ingrid Felipe ließ sich gleich gar keinen Kommentar über die neue Liste ihres ehemaligen Parteifreunds entlocken.

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