Saakaschwili verliert ukrainische Staatsbürgerschaft

Der ukrainische Staatspräsident Petro Poroschenko hat seinem ehemaligen politischen Weggefährten und Georgiens Ex-Präsidenten Michail Saakaschwili die ukrainische Staatsbürgerschaft entzogen und ihn damit womöglich zum Staatenlosen gemacht. Das wurde heute Abend von der ukrainische Migrationsbehörde bestätigt.

Als Grundlage für die Entziehung der ukrainischen Staatsbürgerschaft bei Neoukrainern gelten die Angabe falscher Informationen sowie die Verwendung gefälschter Dokumente bei der Erlangung der ukrainischen Staatsbürgerschaft. Poroschenko hatte dem georgischen Ex-Präsidenten am 29. Mai 2015 die ukrainische Staatsbürgerschaft verliehen und ihn tags darauf zum Gouverneur der Region Odessa ernannt.

Derzeit offenbar in den USA

Nachdem sich Saakaschwili jedoch mit Poroschenko überwarf und heftige Korruptionsvorwürfe insbesondere gegen das Umfeld des ukrainischen Präsidenten erhob, trat er im November 2016 als Gouverneur zurück. Zuletzt befand sich der gebürtige Georgier im Dauerwahlkampfmodus und zeigte sichtliches Interesse an einer weiteren politischen Karriere in der Ukraine. In seiner Heimat Georgien wird indes wegen Vorwürfen diverser Amtsvergehen nach Saakaschwili gefahndet, laut Medienberichten war ihm im Dezember 2015 zudem die georgische Staatsbürgerschaft entzogen worden.

Laut Angaben des ehemaligen Journalisten und nunmehrigen Parlamentsabgeordneten Sergej Leschtschenko hält sich Saakaschwili derzeit in den USA auf und könne somit nicht mehr in die Ukraine zurückkehren. Man würde ihn am Flughafen Boryspil verhaften und im ersten Flugzeug nach Georgien abschieben, spekulierte Leschtschenko.