Mali: Deutsche Soldaten bei Hubschrauberabsturz getötet

Bei dem Absturz eines deutschen Bundeswehrhubschraubers in Mali sind nach Angaben der Bundeswehr beide Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Die Absturzursache ist noch ungeklärt. Hinweise auf eine Fremdeinwirkung lägen bisher nicht vor, sagte der Stellvertreter des Generalinspekteurs, Vizeadmiral Joachim Rühle. Es handelt sich um die ersten Todesfälle der Bundeswehr in einem Auslandseinsatz seit fast zwei Jahren.

Hubschrauber ausgebrannt

Der Tiger sei gestern gegen 14.20 Uhr mitteleuropäischer Zeit 70 km nördlich von Gao abgestürzt, sagte Rühle. Der Hubschrauber sei ausgebrannt, es habe keinen Notruf aus der Unglücksmaschine gegeben. Kräfte der UNO-Mission wurden zur Absturzstelle beordert. Die Familienangehörigen der beiden Soldaten wurden informiert. Die Untersuchungen zu dem Vorfall dauern an.

Der Hubschrauber sei abgestürzt, als die Besatzung eine „Konfrontation am Boden“ beobachtete, sagte UNO-Sprecher Farhan Hak in New York. Die Suchmannschaften müssten die Gegend zunächst absichern, bevor sie zum Absturzort gelangen könnten.

Deutscher Einsatz ausgeweitet

Der deutsche Bundestag hatte im Jänner beschlossen, den deutschen Einsatz in Mali auszuweiten. Demnach können sich bis zu 1.000 deutsche Soldaten am etwa 15.000 Soldaten und Polizisten umfassenden UNO-Einsatzes MINUSMA beteiligen.

Aufgabe ist die Überwachung des Friedensabkommens zwischen der Regierung und den Rebellen. Frankreich entsandte 2013 Truppen in seine frühere Kolonie, um islamistische Kämpfer zu vertreiben, die den Norden des Landes überrannt hatten. Seitdem halten sich 4.000 französische Soldaten in der Region auf, um gegen die Islamisten zu kämpfen.