Nordkorea-Krise: China weist Trump-Kritik zurück

Chinesische Staatsmedien haben Kritik von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, wonach das Land zu wenig tue, um die Nordkorea-Krise zu entschärfen. Trumps Behauptung sei „falsch“, schrieb die parteinahe Tageszeitung „China Daily“ heute in einem Leitartikel.

Peking habe allen Grund, sich ungerecht behandelt zu fühlen, „weil es fleißig daran gearbeitet hat, eine friedliche Lösung der Krise zu vermitteln“. Die Solidarität, die sich zwischen China und den USA wegen Pjöngjangs Atomprogramm gebildet habe, würde „bröckeln“, weil die Anschuldigungen Washingtons nicht endeten.

Trump hatte China am Wochenende nach dem jüngsten Raketentest von dessen Verbündetem Nordkorea mit deutlichen Worten gewarnt. „Ich bin sehr enttäuscht von China“, schrieb Trump im Kurznachrichtendienst Twitter. China erziele jährlich Hunderte Milliarden Dollar im Handel mit den USA, würde aber im Fall Nordkoreas nichts für sein Land tun - außer zu reden. „Wir werden das nicht länger zulassen, China könnte das Problem leicht lösen“, twitterte Trump.

Tillerson: Kein Regimewechsel

Die USA wollen nach Worten von Außenminister Rex Tillerson die nordkoreanische Regierung nicht stürzen. „Wir streben keinen Regimewechsel an“, sagte Tillerson gestern vor Reportern in seinem Ministerium in Washington. Man wolle auch keinen Zusammenbruch der Regierung, eine beschleunigte Wiedervereinigung oder einen Grund, die Armee zu schicken.

„Wir sind nicht Ihr Feind (...), aber Sie stellen eine nicht hinnehmbare Gefahr dar, und wir müssen reagieren.“ Tillerson äußerte zugleich die Hoffnung, dass irgendwann ein Dialog möglich sein könnte.

Das isolierte Nordkorea hatte in der vergangenen Woche eine Interkontinentalrakete getestet, die Experten zufolge auch Los Angeles hätte erreichen können. Wegen des Raketen- und Atomprogramms der Regierung in Pjöngjang sind die Beziehungen zu anderen Ländern in der Region und zu den USA bereits seit Jahren sehr gespannt.