Deutscher Numerus clausus kommt vor Gericht

In Deutschland kommt die Platzvergabe in Studiengängen mit bundesweitem Numerus clausus (NC) im Herbst vor Gericht. Das Bundesverfassungsgericht nimmt am 4. Oktober die Auswahl von Medizinstudenten unter die Lupe, wie heute mitgeteilt wurde. Eingeschaltet hat die Verfassungshüter das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Es bezweifelt, dass die Regelungen mit dem Grundgesetz vereinbar sind.

Für die zentrale Vergabe gibt es ein Quotensystem: Ein Fünftel der Plätze geht an die Bewerber mit den besten Abiturnoten, ein weiteres Fünftel wird nach Wartezeit vergeben. Für die übrigen Plätze hat jede Hochschule ein eigenes Auswahlverfahren.

Ausweichen auf Österreich

Im Bereich Humanmedizin sind die Plätze hart umkämpft: Im Wintersemester 2014/15 kamen nach den Angaben des Gerichts rund 43.000 Bewerber auf etwa 9.000 Studienplätze, die Wartezeit betrage mittlerweile 15 Semester. Deswegen weichen viele deutsche Studenten auf österreichische Universitäten aus.

Die Verwaltungsrichter in Gelsenkirchen beanstanden unter anderem, dass die Abiturnoten deutschlandweit nicht vergleichbar seien und es deshalb Landesquoten brauche. Überhaupt spiele die Note eine zu große Rolle. Es stelle sich die Frage, ob die Rechtsprechung fortentwickelt werden müsse, hieß es.

Gender-Gap bei Medizinaufnahmetest wieder größer

Auf den österreichischen Unis zeigt sich indes, dass die Kluft zwischen Männern und Frauen beim Medizinaufnahmetest heuer wieder etwas größer geworden ist. Während rund 60 Prozent der Testteilnehmer im Juli weiblich waren, gingen nur 53 Prozent der insgesamt 1.621 Studienplätze an Frauen.

Mehr dazu in science.ORF.at