Bruder von Pakistans Ex-Premier soll nicht an die Macht

Die pakistanische Regierungspartei nimmt Insidern zufolge von ihren Plänen zur Nachfolge des abgesetzten Ministerpräsidenten Nawaz Sharif Abstand. Dessen Bruder Shahbaz werde nicht bei der Nachwahl für einen offenen Sitz in der Nationalversammlung kandidieren, verlautete heute aus Parteikreisen.

Damit ist ausgeschlossen, dass er im September den amtierenden Regierungschef Shahid Khaqan Abbasi an der Spitze der Regierung ablöst. Stattdessen soll er Regierungschef der Provinz Punjab bleiben, in der die Hälfte der insgesamt 190 Millionen Pakistaner leben.

Interimschef dürfte in Amt bleiben

Damit dürfte der Sharif-Gefolgsmann Abbasi bis zu den nächsten Wahlen Regierungschef bleiben, die Mitte 2018 erwartet werden. Der Oberste Gerichtshof hatte Sharif Ende Juli wegen Korruptionsvorwürfen des Amtes enthoben. Ein Untersuchungsausschuss stellte dann fest, dass seine Familie nicht belegen könne, wie sie zu ihrem Reichtum gekommen sei.

Zudem ordnete das Gericht strafrechtliche Ermittlungen gegen Sharif und seine Familie an. Der Politiker selbst wies alle Vorwürfe zurück und spricht von einer Verschwörung.