Fipronil-Wert in belgischen Eiern gesundheitsgefährdend

Bei einer Analyse in Belgien ist ein Fipronil-Gehalt im gesundheitsgefährdenden Bereich festgestellt worden. Es wurde ein Wert von 0,92 Milligramm pro Kilogramm (mg/kg) gemessen, wie die Lebensmittelsicherheitsbehörde FASNK gestern in Brüssel mitteilte. Ab 0,72 mg/kg geht die EU von einer Gesundheitsgefahr aus.

In Belgien wurden bisher zwar Höfe gesperrt, Aufforderungen an Verbraucher, bestimmte Chargen wegzuwerfen, gab es aber nicht - was mit den niedrigen gemessenen Fipronil-Werten begründet wurde. Diese Argumentation gerät nun in Zweifel. Noch gestern Abend hatte die FASNK erklärt, der bis dahin höchste gemessene Fipronil-Wert in Belgien liege bei 0,096 mg/kg.

Hoher Wert in von Betrieb veranlasster Gegenprobe

Die Probe, um die es geht, ist vom 18. Juli. Ursprünglich war dabei ein niedriger Wert von 0,076 mg/kg gemessen worden. Der Betrieb nutzte sein Recht, ein Gegengutachten erstellen zu lassen - das wiederum den deutlich höheren Wert von 0,92 mg/kg ergab. Die FASNK versucht nun, den Grund für die unterschiedlichen Messungen zu ermitteln.

Der hohe Fipronil-Wert sei vorsorglich auch an die anderen EU-Staaten gemeldet worden, so die FASNK. Die Eier wurden nach ihren Angaben schon am 18. Juli beschlagnahmt und haben den Verbraucher nicht erreicht.

In Reaktion auf die Probe kündigte die belgische Regierung neue Vorsichtsmaßnahmen an. Unter anderem sollen weitere Geflügelbetriebe gesperrt werden, wie die zuständigen Minister am Abend in einer gemeinsamen Mitteilung ankündigten.

Zulassung als Pflanzenschutzmittel läuft aus

Ab Anfang Oktober darf Fipronil auch nicht mehr als Pflanzenschutzmittel verwendet werden. Wie eine Sprecherin der EU-Kommission bestätigte, läuft die entsprechende Genehmigung am 30. September 2017 aus. Ein Antrag auf Verlängerung sei nicht gestellt worden.

In der Landwirtschaft ist das Insektizid Fipronil noch zur Behandlung von Saatgut zugelassen. Es darf zum Schutz von Bienenvölkern allerdings nur dann eingesetzt werden, wenn das behandelte Saatgut zur Aussaat im Gewächshaus bestimmt ist oder wenn es sich um das Saatgut von Lauch-, Zwiebel-, Schalotten- und Kohlpflanzen handelt, die bereits vor der Blüte geerntet werden.

Neben der Verwendung als Pflanzenschutzmittel ist noch der Einsatz als Tierarzneimittel erlaubt. Es darf beispielsweise auf das Fell von Hunden aufgetragen werden, um diese vor Flöhen, Läusen und Zecken zu schützen. Ausgenommen sind aber Tiere, die Lebensmittel liefern, wie etwa Hühner.