Zweites Erdbeben in China: Zahl der Opfer steigt

Nur zehn Stunden nach den Erdstößen in Südwestchina hat ein zweites Beben den Nordwesten des Landes erschüttert. Während die Zahl der Opfer in der südwestchinesischen Provinz Sichuan heute Früh auf 13 Tote und 175 Verletzte stieg, schreckte das zweite Beben die Menschen in der Region Xinjiang aus dem Schlaf. Die Stärke der neuen Erdstöße bezifferte das Erdbebenzentrum auf 6,6.

Betroffen war der wenig besiedelte Kreis Jinghe in der autonomen mongolischen Präfektur Bortala. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete von drei Verletzten. Im Umkreis von 20 Kilometern um das Epizentrum leben den Angaben zufolge aber auch nur 760 Menschen. Die neuen Erdstöße waren allerdings in der 400 Kilometer westlich gelegenen Hauptstadt der Region, Ürümqi, zu spüren.

Ein nach einem Erdbeben von einem Feldblock getroffener Bus

APA/AFP/

Touristen unter Opfern

Mit dem Tageslicht konnten heute Früh (Ortszeit) in Sichuan die Bergungs- und Aufräumarbeiten nach dem Beben vom Vorabend nahe dem Naturpark Jiuzhaigou richtig anlaufen. 28 Menschen erlitten schwere Verletzungen. Mindestens fünf der Toten waren Besucher der besonders in den laufenden Sommerferien beliebten Touristenattraktion. Rund 100 Reisende waren nach ersten Angaben in dem Naturpark eingeschlossen worden.

Das Beben in Sichuan hatte nach offiziellen Angaben die Stärke 7,0. Retter suchten in Trümmern nach Verschütteten oder trugen Verletzte in Sicherheit, wie auf Bildern in Sozialen Netzwerken zu sehen war. Eine Luftaufnahme, die das Parteiorgan „Volkszeitung“ veröffentlichte, zeigte, dass die Häuser in der Kreisstadt Jiuzhaigou heute Früh „im Wesentlichen intakt“ waren. Auch fuhren Autos durch die Straßen.

Eine der erdbebenaktivsten Gegenden

Mehr als 1.200 Helfer waren nach Angaben des Staatsfernsehens in Sichuan im Einsatz. Auch vier Hubschrauber seien aufgestiegen, zudem seien Hunderte Soldaten und medizinisches Personal auf dem Weg ins Erdbebengebiet. In der Provinz waren 2008 bei einem schweren Erdbeben der Stärke 8,0 in Wenchuan, das nur rund 200 Kilometer von Jiuzhaigou liegt, mehr als 80.000 Menschen ums Leben gekommen.

Die Region liegt an der Südwestspitze des Qinghai-Tibet-Hochplateaus und gilt als eine der erdbebenaktivsten Gegenden Chinas. Im April 2013 waren bei einem Erdbeben in Lushan rund 360 Kilometer südlich von Jiuzhaigou 196 Menschen ums Leben gekommen.