Kenias Oppositionsführer ortet Wahlfälschung

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Kenias Oppositionsführer Raila Odinga hat die ersten Auszählungsergebnisse der Präsidentschaftswahl als gefälscht zurückgewiesen. „Diese Ergebnisse sind eine Fälschung, das ist Betrug“, sagte der Herausforderer von Amtsinhaber Uhuru Kenyatta heute. Die Ergebnisse „können nicht glaubwürdig sein“.

Kenyatta mit 55 Prozent in Führung

Ersten Ergebnissen zufolge liegt Kenyatta in Führung. Nach Angaben der Wahlkommission kommt der Staatschef nach Auszählung von fast 13 Millionen Stimmen auf 55 Prozent. Für Odinga stimmten 44 Prozent der Wähler - ein Unterschied von fast 1,4 Millionen Stimmen. Millionen Kenianer hatten gestern trotz der befürchteten Unruhen ihre Stimme abgegeben.

In einigen Wahlzentren gab es nach Angaben der Wahlkommission allerdings technische Probleme. Für Unmut sorgten auch lange Wartezeiten. Von zentraler Bedeutung ist für viele Beobachter die Funktionsfähigkeit der Wahlsystems, das eine biometrische Erkennung der Wähler und eine digitale Übertragung der Stimmen vorsieht. Vor vier Jahren war das System zusammengebrochen und hatte für Manipulationsvorwürfe gesorgt.

Vorwürfe schüren Sorge

Odinga warf der Wahlkommission vor, keine Nachweise für die veröffentlichten Auszählungsergebnisse vorzulegen. Er forderte unter anderem Sitzungsprotokolle aus den Wahllokalen, die die digital übertragenen Ergebnisse untermauern. Kenyattas Partei Jubilee wies die Betrugsvorwürfe zurück.

Odingas Anschuldigungen schüren die Sorge vor einer gewaltsamen Auseinandersetzung über das Wahlergebnis. Vor zehn Jahren war Kenia, das reichste Land in Ostafrika, nach einem knappen Wahlausgang von blutigen Unruhen mit mehr als 1.100 Toten erschüttert worden. 600.000 Menschen wurden vertrieben.