Tod eines Rekruten: Doskozil will Ausbildung durchleuchten

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Der Tod eines Rekruten während eines Ausbildungsmarsches in Horn (Niederösterreich) und anschließende Berichte über mutmaßliches Fehlverhalten von Ausbildnern sorgen für heftige Kritik am Bundesheer.

Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) verwies dazu gestern Abend in der ZIB2 auf die Arbeit zweier Untersuchungskommissionen, verwehrte sich aber gegen Pauschalurteile.

Nach dem Tod eines Rekruten verspricht Doskozil volle Aufklärung.

Der Minister verwies auf die Ausbildungsvorschriften, einen Punkt, „den wir uns anschauen müssen“. Dabei gehe es auch um die Frage, ob gewisse Übungen etwa bei extremer Hitze - der Grundwehrdiener bei der Garde war laut vorläufigem Obduktionsbefund an Überhitzung des Körpers gestorben - unbedingt notwendig seien.

Kein Kommentar zu Gerüchten

Nach dem Tod des jungen Mannes kursieren auch Berichte, wonach während der Ausbildung bei großer Hitze bei der Garde an einem Tag über 20 Rekruten kollabiert seien. Diese und andere Gerüchte wollte Doskozil nicht kommentieren, er wolle die Fakten geklärt sehen, betonte er im Interview in der ZIB.

Konfrontiert mit einigen Fallbeispielen aus der Bundesheer-Beschwerdekommission - Beschimpfungen, Strafexerzieren, Robben auf Dung und andere mehr -, verwies der Minister auf eine „ganz klare Linie“, wonach derartige Fälle zu ahnden seien, auch disziplinarrechtlich.

Van der Bellen fordert Aufklärung

Nach dem Tod des 19-jährigen Rekruten forderte auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen heute „lückenlose und transparente Aufklärung“. Unterdessen ermittelt auch die Staatsanwaltschaft.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Weiterere Verdachtsmomente in Wien

Nach dem Tod eines Wiener Rekruten in Niederösterreich könnte es mögliche weitere Fälle von Missständen in Wien geben. Das sagt Franz Reißner, Kommandant der Streitkräfte des Heers, im „Wien heute“-Interview.

Mehr dazu in wien.ORF.at