Kern will „Aktion 20.000“ ausweiten

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) möchte die „Aktion 20.000“ zur Senkung der Altersarbeitslosigkeit ausweiten. Bei einem Betriebsbesuch beim Pharma-Großhändler Herba Chemosan in Wien kritisierte Kern heute, dass der laufende Konjunkturaufschwung zu wenig Jobs für Ältere schaffe. „Die Konjunktur, der Markt werden das nicht alleine lösen können“, forderte Kern zusätzliche staatliche Maßnahmen.

Den Pharma-Großhändler hatte die SPÖ ausgesucht, weil dort stark auf Altersteilzeit gesetzt wird, wie Betriebsrat Franz Georg Brantner sagte. Damit können Mitarbeiter fünf Jahre vor dem Pensionsalter ihre Arbeit auf 40 Prozent reduzieren, erhalten aber 70 Prozent des Lohns.

Den Rundgang durch die Werkshalle - hier werden Medikamente zum Transport an die Apotheken vorbereitet und binnen zwei Stunden ausgeliefert - nutzte Kern für Gespräche mit den älteren und Selfies mit den jüngeren Mitarbeitern.

Kern für Wertschöpfungsabgabe

Im Anschluss plädierte Kern für die Beibehaltung der Altersteilzeit, altersgerechte Arbeitszeiten, den Ausbau der Aktion 20.000 und bemühte noch einmal das aktuelle rote Wahlkampfmantra: „Unsere Aufgabe ist, dafür zu sorgen, dass der Erfolg bei allen ankommt.“ Denn bei jüngeren sinke die Arbeitslosigkeit stark, bei Älteren aber noch nicht.

Die Hälfte der Arbeit beim Pharma-Großhändler wurde laut Vorstandschef Andreas Windischbauer bereits automatisiert. Kern sieht im hohen Automatisierungsgrad ein weiteres Argument für die von der SPÖ propagierte Wertschöpfungsabgabe. Diese würde dem Großhändler wegen der immer noch hohen Personalkosten eine „massive Entlastung bringen“, meinte Kern. Windischbauer hätte allerdings einen anderen Wunsch an die Politik - nämlich ein Abgehen vom strengen Sparkurs bei den Medikamentenkosten.