Kuba: Auch Kanadier von „akustischem Anschlag“ betroffen

Nach Berichten über einen möglichen „akustischen Anschlag“ auf US-Botschaftsmitarbeiter in Kuba hat Kanada einen ähnlichen Fall gemeldet. Mindestens ein kanadischer Diplomat sei mit „ungewöhnlichen Symptomen“ im Krankenhaus behandelt worden, teilte die Regierung in Ottawa gestern (Ortszeit) mit.

Bei den Symptomen habe es sich unter anderem um Kopfschmerzen und Hörverlust gehandelt. Auch die Familie des Diplomaten sei betroffen. „Uns sind ungewöhnliche Symptome bekannt, die kanadisches und US-Botschaftspersonal und ihre Familien in Havanna betreffen“, sagte eine kanadische Regierungssprecherin der dpa.

Mutmaßungen über gesundheitsschädlichen Schall

Der Sender CNN hatte am Mittwoch berichtet, die Symptome der US-Betroffenen hätten denen einer Gehirnerschütterung geglichen und sich auf das Gehör ausgewirkt. Es könnte sich um einen „akustischen Anschlag“ gehandelt haben, so der Sender. Die Diplomaten könnten Schall ausgesetzt gewesen sein, der für das menschliche Ohr nicht hörbar, aber dennoch gesundheitsschädlich sei.

Eine Sprecherin des US-Außenministeriums hatte die Vorfälle bestätigt, aber keine Einzelheiten genannt. Die ersten Fälle seien Ende 2016 bekanntgeworden. Zwei kubanische Diplomaten waren als Reaktion im Mai aus den USA ausgewiesen worden. Die kubanische Regierung bestritt jegliches Vorgehen gegen ausländische Diplomaten.