Ärzte ohne Grenzen wirft Libyen Bedrohung von Rettern vor

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen wirft der libyschen Regierung eine Bedrohung ihrer Seenotretter im Mittelmeer vor. „Nicht wir handeln illegal, sondern die libysche Regierung, wenn sie unseren Mitarbeitern droht, legale Rettungsaktionen in internationalen Gewässern mit Gewalt zu verbieten“, sagte der Deutschland-Chef der Organisation, Volker Westerbarkey, der Zeitung „Welt“ (Montag-Ausgabe).

Die libysche Marine hatte am Donnerstag erklärt, ausländische Schiffe dürften die Küste des Landes ohne eine besondere Erlaubnis der libyschen Behörden nicht mehr ansteuern. Daraufhin erklärte Ärzte ohne Grenzen, ihr Schiff „Prudence“ werde vorläufig nicht mehr auslaufen.

Westerbarkey sagte der „Welt“: „Es werden mehr Menschen im Mittelmeer sterben, weil es weniger Schiffe gibt, und es werden mehr Menschen in Libyen inhaftiert bleiben.“ Das nordafrikanische Land sei „ein Ort der Gesetzlosigkeit, willkürlichen Inhaftierung und extremen Gewalt“.