Salzburg: „Lear“ muss durch die Blumen des Bösen

In einer an Opernüberraschungen nicht armen Spielzeit 2017 legen die Salzburger Festspiele im Finale noch eins drauf. Aribert Reimanns „Lear“ wird in der Felsenreitschule in der Kombination von Wiener Philharmonikern unter Franz Welser-Möst, Simon Stone (Salzburger Regiedebüt) und einem herausragenden Gerald Finley als verblendetem König zu einer Sternstunde für die zeitgenössische Oper, die alle gegen sie in Stellung gebrachten Vorurteile in den Wind schlägt.

Atemberaubend statt anstrengend ist dieses Werk aus dem Jahr 1978. Und das darin verhandelte Fanal um den Willen zur Macht, der den Menschen am Ende auslöschen wird, zieht das Publikum zweieinhalb Stunden in den Bann. Was auf einer unschuldig bunten Blumenwiese beginnt, wird zu einem Endspiel, in dem sich die Charaktere in Luft auflösen - und die Musik einer Oper zeitgleich ausfadet, als wäre es das bittere Ende eines Popsongs.

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