USA schränken Visaausgaben in Russland deutlich ein

Ein Besuch in den USA wird für viele Russen künftig mit größeren Mühen verbunden sein. Die US-Botschaft in Russland kündigte heute an, ab 1. September deutlich weniger Touristenvisa auszustellen. Das sei die Konsequenz aus dem Abzug Hunderter Botschaftsmitarbeiter.

Wer in die USA reisen wolle, müsse künftig nach Moskau fahren, um sich dort ein Visum zu besorgen, hieß es. Diese Dienste würden in Zukunft nicht mehr von lokalen US-Konsulaten übernommen. Von 23. August bis 1. September werden laut der Botschaft gar keine Touristenvisa erteilt.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte die USA Ende Juli als Reaktion auf neue, vom US-Kongress verhängte Sanktionen angewiesen, ihr Personal bis zum 1. September um 755 Botschafts- und Konsularmitarbeiter zu reduzieren.

Russischer Botschafter auf EU-Sanktionsliste

Indessen ernannte Putin Vizeaußenminister Anatoli Antonow zum neuen Botschafter in den USA. Der Karrierediplomat und Sicherheitsexperte war von 2011 bis 2016 Vizeverteidigungsminister und steht wegen der russischen Übergriffe auf die Ukraine seit 2015 auf der EU-Sanktionsliste. Der Kreml teilte die Ernennung am Montag in Moskau mit.

In Washington soll Antonow (62) den langjährigen Botschafter Sergej Kisljak ablösen. Dieser gilt als zentrale Figur in der Affäre um möglicherweise unerlaubte Kontakte zwischen dem Wahlkampfteam des jetzigen Präsidenten Donald Trump und Vertretern Russlands. Trumps erster Sicherheitsberater Michael Flynn war im Februar zurückgetreten, weil er nicht die Wahrheit über Kontakte zu Kisljak gesagt hatte.