Krawalle nach Verurteilung von indischem Guru

Ein indischer Guru ist der Vergewaltigung zweier seiner Anhängerinnen schuldig gesprochen worden. Entsprechende Medienberichte bestätigte der Klägeranwalt vor Journalisten. Das Strafmaß soll am Montag verkündet werden. Mehr als 100.000 Verehrer des Star-Spirituellen Gurmeet Ram Rahim Singh waren zur Urteilsverkündung heute in die nordindische Stadt Panchkula gekommen. Nach dem Schuldspruch kam es zu Ausschreitungen, bei denen laut Medienberichten mindestens ein Mensch getötet wurde.

Behörden auf Krawalle vorbereitet

Wegen der erwarteten Ausschreitungen waren Panchkula und die Nachbarstadt Chandigarh Berichten zufolge seit gestern lahmgelegt: Schulen und Büros blieben geschlossen, Busse und Züge standen still. Tausende Polizisten waren im Einsatz, Soldaten standen auf Abruf bereit. Drei Cricket-Stadien waren als Übergangsgefängnisse für festgenommene Randalierer vorgesehen.

Weitere Anklage wegen Mordverdacht

Der 50-jährige Ram Rahim ist ein selbst ernannter Heiliger und Anführer der spirituellen Organisation Dera Sacha Sauda (etwa: Sekte des wahren Geschäfts), die auch politischen Einfluss hat. Die Gruppe hat nach eigenen Angaben 60 Millionen Mitglieder. Ihnen predigt Ram Rahim unter anderem Meditation, organisiert soziale Projekte und Umweltaktionen.

Indischer Guru

APA/AP/Tsering Topgyal

Er zeigt sich häufig auf einem Motorrad und trägt gern funkelnden Schmuck. Er ist auch Popsänger und hat Actionfilme mit sich selbst in der Hauptrolle als „Bote Gottes“ gedreht. In einem anderen Verfahren ist der Guru wegen Mordes an einem Journalisten angeklagt.