Tausende flüchten in Myanmar vor Kämpfen

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Die ethnisch motivierten Auseinandersetzungen im Nordwesten Myanmars treiben die Menschen in die Flucht. Während die Regierung nach Angaben von heute mindestens 4.000 Nichtmuslime in Sicherheit brachte, flüchteten Angehörige der muslimischen Rohingya-Minderheit über die Grenze nach Bangladesch.

Unterdessen dauerten die Kämpfe zwischen der Armee und Hunderten Rohingyas am Wochenende laut Anwohnern in der gesamten Region Rakhine an, bei denen bereits 98 Menschen ums Leben kamen.

Gefährliche Verschärfung

Die Ausschreitungen zeigen, wie stark sich der Konflikt zwischen den Sicherheitskräften in dem buddhistisch geprägten südostasiatischen Land und den Rohingyas verschärft hat. Seit ersten Angriffen von Rohingya-Aufständischen im Oktober, die eine Großoffensive des Militärs nach sich zogen, kommt es immer wieder zu Kämpfen. Nach UNO-Einschätzung begingen die Soldaten bei der Offensive im Herbst vergangenen Jahres wahrscheinlich Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Vorwürfe gegen Suu Kyi

Die Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi verurteilte die jüngsten Gewalttaten, bei der mit Waffen, Stöcken und selbst gebastelten Bomben bewaffnete Rohingyas Polizeiwachen und eine Kaserne angriffen. Der Umgang mit den 1,1 Millionen Angehörigen der Volksgruppe, denen die Staatsbürgerschaft Myanmars versagt wird, gilt als größte Herausforderung für Suu Kyi. Ihr wird vorgeworfen, sich nicht für die Minderheit einzusetzen und sich damit hinter die brutalen Vergeltungsmaßnahmen der Armee zu stellen.

Der Sozialminister des Landes, Win Myat Aye, sagte Reuters, rund 4.000 „ethnische Dorfbewohner“ seien in Sicherheit gebracht worden. Für sie seien Plätze in buddhistischen Klöstern, Regierungsgebäuden und Polizeiwachen geschaffen worden. Zudem würden Lebensmittel geliefert. In welcher Form den Rohingyas geholfen werde, konnte Win Myat Aye nicht sagen.

Bangladesch nimmt offiziell keine Flüchtlinge auf. Trotzdem dürfen letztlich viele die Grenze passieren. In Bangladesch leben etwa 400.000 Rohingyas, allein seit Oktober sollen 87.000 angekommen sein. Seit Freitag kamen Schätzungen der Minderheit selbst zufolge weitere 2.000 Menschen dazu.