Hammerschmid will 5.000 Lehrer zusätzlich

5.000 Pädagogen mehr sollen in den kommenden drei bis vier Jahren an rund 520 Schulstandorten mit vielen sozial benachteiligten Schülern tätig werden. Diesen Plan hat Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) heute in Wien vorgestellt. Allerdings braucht es für die Umsetzung zusätzliche Mittel und damit die Zustimmung von Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP).

„Grundkompetenzen absichern“

Dass rund 20 Prozent der Schüler zumindest teilweise Grundkompetenzen in Lesen, Schreiben und Mathematik nicht erreichen, sei „für ein Land wie Österreich inakzeptabel“, sagte die Ministerin. Die Qualitätsoffensive ziele daher auf zwei Schultypen ab: So liegen bei dem Projekt „Grundkompetenzen absichern“ Schulen im Fokus, „die bei den Bildungsstandard-Überprüfungen unter dem Österreich-Schnitt und unter ihrem Erwartungsbereich liegen“.

Die zusätzlichen Pädagogen sollen wiederum an Standorten arbeiten, die von besonders vielen Schülern mit nicht deutscher Muttersprache sowie Schülern, deren Eltern lediglich über einen Pflichtschulabschluss verfügen, besucht werden.

Konzentration auf Einstiegsphase

Die Anzahl an Schulen, die von beiden angekündigten Maßnahmen profitieren sollen, belaufe sich österreichweit auf rund 140 bis 150. Da die Hauptprobleme an den 520 „Schulen mit besonderen Herausforderungen“ vor allem das oft sehr unterschiedliche Sprachniveau der Taferlklassler betreffen, werde man viel Aufmerksamkeit auf die Einstiegsphase in die Volksschule und Umstiegsphasen danach legen.

Für die Umsetzung dieses Vorhabens brauche es jedenfalls zusätzliche budgetäre Mittel. Sie werde daher umgehend „einen Brief an Finanzminister Schelling (ÖVP) schreiben“. Mit zusätzlichen 300 Mio. Euro pro Jahr sollte dieses „ehrgeizige Ziel“ erreicht werden, so Hammerschmid. Offen ist nur, ob es dazu vor der Wahl noch eine Einigung auf Regierungsebene geben wird.