UNO spricht von Folter in Venezuela

Der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, hat Sicherheitskräften in Venezuela Folter von Andersdenkenden vorgeworfen. Bei der Unterdrückung der regierungskritischen Proteste habe es Misshandlungen gegeben, „was in einigen Fällen Folter gleichgekommen ist“, sagte Said heute in Genf.

Sein Büro stellte dort einen Bericht über die Lage in Venezuela vor. Es wirft der Regierung schwere Menschenrechtsverletzungen vor. Es sehe nach einer systematischen Politik der Unterdrückung kritischer Meinungsäußerungen aus, um die Bevölkerung in Angst zu versetzen und Demonstrationen zu unterbinden, hieß es.

Von Anfang April bis Ende Juli seien mindestens 124 Menschen bei den Protesten ums Leben gekommen. Die inzwischen nach Kolumbien geflohene venezolanische Generalstaatsanwältin Luisa Ortega Diaz sei bei ihren Ermittlungen zu dem Schluss gekommen, dass mehr als 70 von ihnen auf das Konto von Sicherheitskräften oder regierungstreuen Milizen gingen. Bei den anderen Todesfällen waren die Ermittlungen noch im Gange, bevor Diaz floh. Im August seien sechs weitere Menschen umgekommen. Mehr als 5.300 Menschen seien festgenommen worden.