Meciar: Unabhängige Slowakei „Erfolgsgeschichte“

Vor dem slowakischen Verfassungstag am 1. September hat Staatsgründer Vladimir Meciar die Teilung der Tschechoslowakei vor 25 Jahren verteidigt. Die friedliche Trennung sei eine Erfolgsgeschichte, sagte der 75-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.

Europa werde die Erfahrungen der Slowaken und Tschechen noch brauchen. Meciar erinnerte daran, dass die damalige Trennung schon vor den „Brexit“-Diskussionen als mögliches Vorbild für Sezessionsbestrebungen im kanadischen Quebec, in Belgien oder Katalonien empfohlen wurde.

„Fertige Pläne in der Schublade“

Meciar räumte aber auch ein, dass er die staatliche Unabhängigkeit der Slowakei ursprünglich nicht angestrebt habe. Führende tschechische Politiker hätten aber nur vorgetäuscht, den gemeinsamen Staat erhalten zu wollen. Sie „hatten in Wirklichkeit bereits fertige Pläne in den Schubladen, um uns loszuwerden und nicht mehr für den ärmeren Landesteil mitzahlen zu müssen“, kritisierte er. Nur Vaclav Klaus sei zu seriösen Gesprächen bereit gewesen, erklärte Meciar.

Am 1. September erinnert die Slowakei mit einem Staatsfeiertag an die Annahme ihrer Verfassung. Damit hatte der kleinere Landesteil der Tschechoslowakei 1992 die Grundlage zur staatlichen Unabhängigkeit geschaffen, die am 1. Jänner 1993 in Kraft trat.

Am 26. August 1992 wurde mit dem Gespräch zwischen Meciar und Klaus in der Brünner Villa Tugendhat das Ende der Tschechoslowakei besiegelt.

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