Grüne: „Verpfuschtes“ Tierschutzgesetz reparieren

Es sollte nicht zuletzt den illegalen Welpenhandel eindämmen, würde nun aber gerade jenen schaden, die ehrenamtlich und zu Zeiten offizieller Aufnahmestopps in Tierheimen tätig sind: Das novellierte Tierschutzgesetz müsse dringend repariert werden, forderte die grüne Tierschutzsprecherin Christiane Brunner heute bei einer Pressekonferenz in Wien. Sonst hieße es für viele Tiere „Endstation Autobahn“.

Im Frühjahr ist das Tierschutzgesetz mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP und NEOS beschlossen worden und am 1. Juli in Kraft getreten. Nun appellieren die Grünen für eine Novelle der Novelle noch vor der Nationalratswahl. Sie hatten aus mehreren Gründen nicht zugestimmt. Gerade in der Ferienzeit hätten sich nun ganz konkret einige Schwachstellen gezeigt.

Offizielle Tierheime haben Aufnahmestopp, private Vermittlung ist aber in vielen Fällen verboten, auch wenn keine Gewinnabsicht dahinter steht. Vor allem diesen Punkt wollen die Grünen ändern, und das noch vor den Neuwahlen.

„Gesetz nicht praxistauglich“

„Das neue Tierschutzgesetz ist nicht praxistauglich, ungerecht und muss rasch repariert werden“, erklärte Brunner und schilderte gemeinsam mit Vertretern von betroffenen Initiativen aktuelle Auswirkungen. „Es trifft genau die Gruppe, die bis jetzt das Gleichgewicht gehalten hat“, so Daniela Binder, Obfrau des Tierschutzvereins „pro4pet“.

Gerade bei der saisonalen Voll- und Überbelegung von Tierheimen wie zu Ferienzeiten und rund um Neujahr habe man bis dato oft auf private Pflegestellen und Vereine zurückgegriffen. Diese dürfen jetzt nicht mehr im Internet inserieren und können somit ihre Schützlinge nicht weitervermitteln. Der gewinnbringende Handel hingegen floriere weiterhin.