Sprengstoff bei Anti-Terror-Einsatz bei Paris entdeckt

Bei einem Anti-Terror-Einsatz nahe Paris hat die französische Polizei den Sprengstoff TATP in einer Wohnung gefunden. In dem dort eingerichteten geheimen Labor seien zudem chemische Stoffe und Gasflaschen gelagert worden, verlautete gestern Abend aus Justizkreisen. Zwei Männer wurden festgenommen, die Behörden leiteten Terrorermittlungen ein.

Das TATP sei zum Einsatz bereit gewesen, hieß es weiter. Zur entdeckten Menge wurden keine Angaben gemacht. TATP wird immer wieder von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) für Anschläge benutzt, wie es aus Ermittlerkreisen hieß. So beispielsweise bei den islamistischen Anschlägen von Paris vom November 2015.

Handwerker schlug Alarm

Zuvor hatte der französische Innenminister Gerard Collomb erklärt, in der Wohnung in der südlichen Pariser Vorstadt Villejuif seien mögliche Bestandteile zur Herstellung von Sprengsätzen entdeckt worden. Ein Handwerker habe Alarm geschlagen. Er hatte in der fraglichen Wohnung, in der sich niemand aufhielt, „verdächtige Gegenstände“ entdeckt, wie es aus Ermittlerkreisen hieß.

Der Besitzer der Wohnung und ein zweiter Mann wurden später in einer Nachbargemeinde von Villejuif festgenommen. Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen Bildung einer kriminellen terroristischen Vereinigung ein.

Die Verdächtigen sind laut Medienberichten 36 und 47 Jahre alt und den Sicherheitsbehörden bisher nicht bekannt. Einer von ihnen soll der Eigentümer der Wohnung sein. Ermittelt wird wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung sowie dem Besitz, dem Transport und der Herstellung explosiver Stoffe, hieß es aus den Justizkreisen.