„Brexit“: Londoner Regierung sucht Hilfe bei Konzernen

Die britische Regierung bemüht sich Insidern zufolge beim „Brexit“ um Unterstützung heimischer Großkonzerne. Die 100 größten und umsatzstärksten Unternehmen des Landes seien in diesem Sinne zur Unterzeichnung eines offenen Briefes aufgefordert worden, sagten vier mit den Vorgängen vertraute Personen gestern.

In dem Brieftext heißt es: „Wir glauben, dass jetzt eine gute Zeit ist für Arbeitgeber, mit der Regierung und dem Parlament auf einen Erfolg des ‚Brexit‘ hinzuarbeiten und unserem Land eine glänzende Zukunft zu sichern.“ Die Regierung hoffe, das Schreiben demnächst veröffentlichen zu können. Doch die Offensive könnte das Verhältnis zu jenen Unternehmen weiter trüben, die Nachteile durch den EU-Ausstieg befürchten.

Pläne für Einwanderungsrecht sorgen für Unruhe

So erklärten zwei Manager, sie zögerten mit ihrer Unterschrift unter den öffentlichen Brief. Der Vorstoß habe bei so manchen Stirnrunzeln ausgelöst. Die Unternehmen wollten schließlich keinen Plan unterstützen, der ihrem Industriezweig großen Schaden zuzufügen drohe.

Kurz zuvor sorgten Pläne für ein neues Einwanderungsrecht nach dem „Brexit“ für Unruhe in einigen Branchen, die auf die Arbeitskraft von Einwanderern angewiesen sind. Ein Sprecher von Premierministerin Theresa May lehnte eine Stellungnahme zu dem offenen Brief ab. Er erklärte aber, es habe zahlreiche Konsultationen mit Unternehmen über den „Brexit“ gegeben.