FPÖ greift SPÖ und ÖVP auf neuen Plakaten frontal an

Die FPÖ hat gestern die zweite von drei geplanten Plakatwellen zur Nationalratswahl präsentiert. Auf den drei verschiedenen Sujets werden jeweils Aussagen - und Politiker - gegenübergestellt: So finden sich ÖVP-Chef Sebastian Kurz, SPÖ-Kanzler Christian Kern und sein Vorvorgänger Alfred Gusenbauer auf den Plakaten wieder.

„Die dunkle Seite der Macht“

Kern und Kurz gemeinsam in Schwarz-Weiß im Hintergrund - nach Ansicht von Generalsekretär Herbert Kickl „etwas pathetisch formuliert die ‚dunkle Seite der Macht‘“ - stehe mit FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache „die Hoffnung“ vieler Österreicher gegenüber, dass es zu einer Umgestaltung des Landes komme. Die rot-schwarze Koalition löse keine großen Probleme, sie „IST das größte Problem“, ist darauf zu lesen.

FPÖ-Wahlplakat

APA/AFP/Joe Klamar

Man zeige damit das „Versagen“ der SPÖ-ÖVP-Regierung auf, meinte Strache. Mehrmals bemühte er den neuen blauen Wahlkampfbegriff der „Fairness-Krise“, für die SPÖ und ÖVP verantwortlich seien - ob in Sachen Grenzschutz, Steuern, Pensionen, Sozialleistungen für „Asylanten“ oder Frauenrechte.

„Umverteilung vom Ausländer hin zum Österreicher“

Für jede der Regierungsparteien haben die Blauen ein eigenes Motiv parat: Auf einem zitiert die FPÖ den roten Wahlslogan „Hol dir, was dir zusteht“ mit Kern und Gusenbauer als „Symbol“ für die aktuelle SPÖ, wie Kickl erklärt.

Die SPÖ sei längst nicht mehr die Vertretung des kleinen Mannes, so auch Strache, sondern der SPÖ-Chef sei mit „Raubtierkapitalisten auf Du und Du“ - „wer Kern wählt, bekommt Gusi“, so Strache. „Wir geben EUCH zurück, was SIE EUCH nehmen“, verspricht das blaue Plakat. Kickl beklagte dazu ein „völlig unfaires Verteilungssystem“, es brauche primär eine „Umverteilung vom Ausländer hin zum Österreicher“.

Mit dem dritten Motiv, das Kurz mit seiner Aussage „Der Islam gehört zu Österreich“ zeigt, sei man „im Zentrum des Versagens des Integrationsministers“, sagte Kickl. „Die Islamisierung gehört gestoppt“, setzt dem die FPÖ entgegen. Kurz habe Islamisierung sogar gefördert, er „hat dem Islam den Teppich ausgerollt“, sagte Kickl. „Der Islam gehört nicht zu Österreich, und Islamismus muss verhindert werden“, so auch Strache in Vermischung von Religion und Extremismus.