Staat profitiert von guter Ausbildung

Nicht nur der Einzelne, auch der Staat profitiert von höherer Bildung der Bürger, wie die heute veröffentlichte OECD-Studie „Bildung auf einem Blick“ zeigt. Österreich lukriert aus seinen Investitionen, die den Abschluss eines Mannes im Tertiärbereich ermöglichen, unterm Strich 200.100 US-Dollar (kaufkraftbereinigt), für den Tertiärabschluss einer Frau allerdings nur 80.500 Dollar.

Bildungsinvestitionen führen auch zu höheren staatlichen Erträgen, „weil Absolventen des Tertiärbereichs höhere Einkommensteuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen und weniger sozialstaatliche Transferleistungen in Anspruch nehmen“, heißt es in der Studie. Dem stehen staatliche Kosten gegenüber, etwa die direkten Kosten für tertiäre Bildungseinrichtungen und entgangene Steuereinnahmen während der Ausbildung.

Große Kluft zwischen Frauen und Männern

Deutlich anders sieht die Situation bei Frauen aus: Im OECD-Schnitt ist der finanzielle Nettoertrag eines Abschlusses im Tertiärbereich für den Staat bei Männern (154.000 Dollar) fast doppelt so hoch wie bei Frauen (83.400 Dollar). In Österreich geht die Schere noch weiter auf: Hier liegt der Nettoertrag von Frauen mit 80.500 Dollar nur bei 40 Prozent von jenem der Männer (200.100 Dollar).

Grund dafür seien „unterschiedliche Arbeitsmarktergebnisse“, heißt es in der Studie, in der empfohlen wird, dass „der Staat aktiv zur Förderung der Arbeitsmarktintegration und -teilnahme von Frauen beitragen muss, damit höhere Erträge aus den beträchtlichen Investitionen von Frauen in ihre Ausbildung sichergestellt werden können“.