Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler ist tot

Der frühere deutsche Minister und CDU-Generalsekretär Heiner Geißler ist nach Angaben seines Sohnes Dominik tot. Geißler starb im Alter von 87 Jahren. Zuerst hatte die „Süddeutsche Zeitung“ über den Todesfall berichtet. Geißler hatte stets kontroversielle Positionen mit Verve vertreten, aber trotzdem große Anerkennung über die eigene Partei hinaus genossen.

Die CDU-Chefin und deutsche Kanzlerin Angela Merkel würdigte Geißlers Verdienste: „Heiner Geißler hat die Politik der Bundesrepublik Deutschland und der CDU fast ein halbes Jahrhundert hinweg entscheidend mitgeprägt“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Merkel und CDU-Generalsekretär Peter Tauber am Dienstag.

Heiner Geißler

Reuters/Alex Domanski

Unter den Ministerpräsidenten Peter Altmeier und Helmut Kohl (beide CDU) war Geißler von 1967 bis 1977 Sozialminister in Rheinland-Pfalz, anschließend wurde er CDU-Generalsekretär. Kohl berief den promovierten Juristen 1982 zum Familienminister. Der Sozialexperte arbeitete an einem neuen Image der CDU als moderne Programmpartei und führte unter anderem ein Erziehungsgeld ein.

Vermittler in Streit um Stuttgarter Bahnhof

Seine letzte große Mission hatte Geißler, als er im Alter von 80 Jahren 2010 den Konflikt um das Bahnprojekt Stuttgart 21 schlichtete.

Geißler kam am 3. März 1930 in Oberndorf am Neckar als Sohn eines Oberregierungsrates zur Welt. Vor seiner politischen Karriere war der Vater von drei Söhnen vorübergehend Mitglied des Jesuitenordens, dann Amtsrichter.

Bis zuletzt äußerte er sich zu aktuellen politischen Themen. So kritisierte er etwa noch im März die rheinland-pfälzische CDU-Chefin und Bundesvize Julia Klöckner, weil diese Reformen an den Hartz-Gesetzen abgelehnt hatte.