200.000 Menschen protestierten gegen Macrons Reformen

In Frankreich haben mehr als 200.000 Menschen gegen die geplante Arbeitsmarktreform von Präsident Emmanuel Macron demonstriert. Allein in Paris gingen gestern rund 24.000 Menschen auf die Straße, nach Angaben der linken Gewerkschaft CGT waren es 60.000. Im ganzen Land protestierten laut Innenministerium zusammen etwa 223.000 Menschen, die Veranstalter sprachen hingegen von rund 500.000.

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In Paris verlief die Demonstration nicht nur friedlich.

Am Rande kam es zu Ausschreitungen, es gab laut Ministerium mindestens 13 Festnahmen. Die Reform ist die erste große Feuerprobe des im Mai gewählten Staatschefs. Sie soll die Rolle von Branchen- und Betriebsvereinbarungen stärken und teilweise auch den Kündigungsschutz lockern. Entschädigungen für ungerechtfertigte Kündigungen sollen gedeckelt werden.

Die Proteste im Land behinderten vor allem den Zugs- und Luftverkehr. Die Fluggesellschaft Ryanair strich nach eigenen Angaben 110 Flüge, die von, nach oder über Frankreich hinwegführten. Die Bahngesellschaft SNCF berichtete über Störungen bei den RER-Schnellbahnen im Pariser Großraum. Der nationale und internationale Fernverkehr mit TGV-, Thalys- und Eurostar-Hochgeschwindigkeitszügen sei aber normal gelaufen.