Myanmars Suu Kyi bleibt UNO-Generaldebatte fern

Die faktische Regierungschefin Myanmars, Aung San Suu Kyi, reist nicht wie geplant Mitte September zur Generaldebatte der UNO-Vollversammlung nach New York. Das teilte ein Regierungssprecher in dem südostasiatischen Land heute ohne Angabe von Gründen mit. Die Friedensnobelpreisträgerin steht international in der Kritik, weil sie zum Vorgehen der Armee gegen die muslimische Minderheit der Rohingya in ihrem Land schweigt.

Der seit Jahren schwelende Konflikt zwischen Rohingya-Rebellen und Regierungsarmee im Bundesstaat Rakhine war Ende August wieder voll entbrannt. Bei den Kämpfen wurden seitdem Hunderte Menschen getötet, nach jüngsten UNO-Angaben flohen bereits geschätzt rund 370.000 Rohingya ins Nachbarland Bangladesch. Die tatsächliche Zahl könnte aber noch höher sein.

Der UNO-Sicherheitsrat befasst sich heute mit der Lage in Myanmar. UNO-Menschenrechtskommissar Seid Raad al-Hussein hatte das Vorgehen von Myanmars Regierung gegen die Rohingya am Montag als „Paradebeispiel für ethnische Säuberungen“ bezeichnet.