Emmy-Verleihung in Los Angeles

Gewürzt mit viel Spott für US-Präsident Donald Trump hat in Los Angeles die Verleihung der begehrten US-Fernsehpreise Emmys stattgefunden. Für seine parodistische Darstellung des Präsidenten in der Satire-Show „Saturday Night Live“ bekam der US-Schauspieler Alec Baldwin gestern Abend (Ortszeit) die Trophäe als bester Nebendarsteller in einer Comedy-Serie.

„Ich schätze, ich sollte sagen, ’Endlich, Herr Präsident, hier ist Ihr Emmy“, sagte Baldwin, als er den Preis entgegennahm. Damit spielte er auf Trumps Klagen an, dass er niemals für seine erfolgreiche Reality-Sendung „The Apprentice“ ausgezeichnet worden sei.

Rekordeinschaltquoten für Baldwin

Vor Baldwins Auszeichnung hatte Moderator Stephen Colbert gewitzelt: „Wir wissen, dass der größte Fernsehstar des vergangenen Jahres Donald Trump war. Und Alec Baldwin.“ Wie auch immer man zu dem US-Präsidenten stehe, es sei nicht zu leugnen, „dass jede Sendung auf eine Art von Donald Trump beeinflusst wurde“.

Baldwin hat mit seiner Darstellung des US-Präsidenten, in der er Trumps sprachliche Eigenheiten und seine Handbewegungen bewusst übertreibt, „Saturday Night Live“ zu Rekord-Einschaltquoten verholfen. Manche YouTube-Clips der Satire wurden bereits 20 Millionen Mal angeklickt. Baldwins Kollegin Kate McKinnon, die während des US-Präsidentschaftswahlkampfs Trumps demokratische Rivalin Hillary Clinton gespielt hatte, erhielt dafür ebenfalls einen Emmy.

Lithgow für Churchill-Darstellung ausgezeichnet

Für eine Politiker-Rolle wurde auch der US-Schauspieler John Lithgow ausgezeichnet. Er bekam den Emmy als bester Nebendarsteller in einer Drama-Serie für seine Darstellung des legendären britischen Premierministers Winston Churchill im Netflix-Polit-Drama „The Crown“. Lithgow würdigte Churchill in seiner Dankesrede als wahres Vorbild: „In diesen verrückten Zeiten erinnert uns sein Leben selbst als alter Mann daran, wie Entscheidungskraft und Mut bei einer Regierung wirklich aussehen.“

Die Gewinner in den wichtigsten Kategorien:

  • Beste Drama-Serie: „The Handmaid’s Tale“

- Beste Comedy-Serie: „Veep“

  • Bester Hauptdarsteller in einer Drama-Serie: Sterling K. Brown („This Is Us“)

- Beste Hauptdarstellerin in einer Drama-Serie: Elisabeth Moss („The Handmaid’s Tale“)

  • Bester Nebendarsteller in einer Drama-Serie: John Lithgow („The Crown“)

- Beste Nebendarstellerin in einer Drama-Serie: Ann Dowd („The Handmaid’s Tale“)

  • Bester Hauptdarsteller in einer Comedy-Serie: Donald Glover („Atlanta“)

- Beste Hauptdarstellerin in einer Comedy-Serie: Julia Louis-Dreyfus („Veep“)

  • Bester Nebendarsteller in einer Comedy-Serie: Alec Baldwin („Saturday Night Live“)

- Beste Nebendarstellerin in einer Comedy-Serie: Kate McKinnon („Saturday Night Live“)

  • Beste Mini-Serie: „Big Little Lies“

- Bester Hauptdarsteller in einer Mini-Serie: Riz Ahmed („The Night Of“)

  • Beste Hauptdarstellerin in einer Mini-Serie: Nicole Kidman („Big Little Lies“)

- Beste Nebendarstellerin in einer Mini-Serie oder einem TV-Film: Laura Dern („Big Little Lies“)

  • Bester Nebendarsteller in einer Mini-Serie oder einem Film: Alexander Skarsgard („Big Little Lies“)