Bisher Wahlspenden in Höhe von 3,2 Mio. Euro

Die Parteien haben bisher Wahlspenden von 3,2 Mio. Euro erhalten - davon zwei Drittel die ÖVP, die schon die Marke von zwei Mio. Euro übersprungen hat. Das ergeben ein APA-Rundruf sowie die Auswertung der online veröffentlichten Daten. Somit finanzieren private Spenden gut ein Zehntel der offiziellen Wahlkampfbudgets von über 27 Mio. Euro. Das meiste Geld stammt aus vergleichsweise wenigen Großspenden.

In Summe haben die Parteien bisher rund 10.500 „Kleinspenden“ bis 3.500 Euro gemeldet. Diese haben allerdings nur etwas über ein Drittel der gesamten Spendensumme eingebracht (1,2 Mio. Euro). Der Großteil - gut zwei Mio. Euro - stammt von 88 Großspendern, wobei davon vor allem ÖVP und NEOS profitieren.

Großspender tragen mehr zum Wahlkampf bei ÖVP und NEOS bei

Bei der ÖVP sind über 99 Prozent der rund 8.300 Einzelbeträge Kleinspenden unter 3.500 Euro. Doch zum Wahlkampf beigetragen haben die Großspender deutlich mehr: 60 Prozent der Einnahmen stammen aus nur 50 Zuwendungen - allen voran KTM-Chef Stefan Pierer mit 436.536 Euro. Noch geringer ist der Anteil der Kleinspenden mit 17 Prozent bei NEOS: Sie haben seit April rund 755.000 Euro an Spenden gemeldet, davon 130.000 aus Spenden unter 3.500 Euro. Größter Unterstützer ist der Bauindustrielle Hans Peter Haselsteiner mit insgesamt 398.000 Euro.

Damit liegt NEOS-Mäzen Haselsteiner unter den Großspendern des heurigen Jahres an zweiter Stelle hinter KTM-Chef Pierer. Nummer drei ist der Rechtsanwalt Alfred Noll, Kandidat und Mit-Initiator der Liste Pilz, der deren Wahlkampf mit 98.000 Euro unterstützt. Bisher hat Pilz Wahlspenden in Höhe von 256.000 Euro auf seiner Homepage offengelegt. Auch bei Pilz liegen die Großspender mit 55 Prozent der Gesamteinnahmen vorne.

Kleinspenden bei SPÖ, Spendenverzicht bei FPÖ und Grünen

Überwiegend Kleinspenden hat nach eigenen Angaben dagegen die SPÖ eingenommen - und zwar 91.000 von bisher 156.000 Euro. Kanzler Christian Kern hatte angekündigt, keine Zuwendungen über 20.000 Euro anzunehmen. Als Ersatz für Parteispenden sieht die SPÖ zudem ihren Wahlfonds, in den für jedes Mitglied sieben Euro landen - in Summe 1,2 Mio. Euro.

Grüne und Freiheitliche verzichten dagegen weitestgehend auf Spenden: Die Grünen haben bis Ende August nur rund 5.700 Euro an Zuwendungen veröffentlicht. Und bei der FPÖ heißt es, ein Spendenaufruf für die Nationalratswahl sei kein Thema. Sollte sich ein Großspender melden, würde man sehr genau abwägen, ob das kompatibel sei. „Die Frage hat sich bisher nicht gestellt“, so FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky.