Griechenland: Dijsselbloem will Stabilität

Euro-Gruppe-Chef Jeroen Dijsselbloem sieht Griechenland auf einem guten Kurs und rät dazu, jetzt vor allem für Stabilität zu sorgen, um Investoren zu locken. Es sei wichtig, die aktuellen Kontrollen der Gläubiger zu den laufenden Reformen wie vorgesehen bis zum Jahresende abzuschließen, sagte Dijsselbloem im Gespräch mit der Athener Zeitung „Kathimerini“ (Sonntag-Ausgabe).

„Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Nur geht es jetzt nicht mehr so sehr darum, noch weitere Maßnahme zu verabschieden, als vielmehr darum, die beschlossenen Reformen auch umzusetzen.“ Das Thema „Grexit“ sei derzeit jedenfalls vom Tisch, sagte Dijsselbloem. Und das werde auch so bleiben, wenn Griechenland es schaffe, bis zum kommenden Sommer auf eigenen Beinen zu stehen.

Weitere Schuldenerleichterungen nicht ausgeschlossen

Dass die deutsche Bundestagswahl Einfluss auf die Zukunft des Landes habe, glaubt Dijsselbloem nicht - auch wenn Wolfgang Schäuble nicht mehr Finanzminister wird. Gleichzeitig schließt er weitere Schuldenerleichterungen, wie der IWF sie fordert, nicht aus. „Griechenland muss seine Schulden bedienen, aber wir sind auch bereit, zu handeln, wenn es nötig sein sollte.“

Im Sommer 2018 läuft das dritte internationale Hilfsprogramm für das notorisch pleitebedrohte Land ab - bis dahin steht Griechenland weiter unter Beobachtung des europäischen Rettungsschirms ESM, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Ziel ist es, dass Griechenland sich anschließend ohne Hilfe der EU-Partner auf dem Finanzmarkt wieder Geld zu akzeptablen Bedingungen leihen kann.