570.000 Jobs bei Firmen unter ausländischer Kontrolle

10.731 Firmen in Österreich sind Ende 2015 unter der Kontrolle ausländischer Konzerne gestanden. Sie hätten 576.000 Menschen beschäftigt und 237 Mrd. Euro Umsatz erwirtschaftet, teilte die Statistik Austria heute mit. Zugleich betrieben österreichische Unternehmen 5.900 Auslandtöchter mit 1,08 Mio. Jobs und 355 Mrd. Euro Umsatz.

Die Anzahl der ausländisch kontrollierten Unternehmen stieg im Vergleich zu 2014 leicht, sie hatten auch mehr Mitarbeiter, ihr Umsatz war aber leicht rückläufig. Dennoch wurde ein Drittel (33,5 Prozent) des gesamten Umsatzes der marktorientierten Wirtschaft in Österreich von Firmen erwirtschaftet, die unter der Kontrolle ausländischer Konzerne stehen. Jeder fünfte Arbeitsplatz (20,1 Prozent) der marktwirtschaftlichen Sektors entstand hier, obwohl es nach der Anzahl nur 3,3 Prozent der Firmen waren.

Deutsche Firmen stark vertreten

75 Prozent der auslandskontrollierten Unternehmen wurden dabei von Konzernzentralen innerhalb der EU gesteuert. Mit Abstand wichtigstes Land war Deutschland mit einem Anteil von 39 Prozent. Danach folgten die Schweiz mit elf Prozent, Italien mit 6,2 Prozent und die USA mit 4,8 Prozent.

Österreichische Firmen hatten 2015 weniger Auslandstöchter als 2014. Das lag vor allem an der Rücknahme von Investitionen in Deutschland, Tschechien und Ungarn. Die Zahl der Beschäftigten stieg zwar um 10.000, also rund ein Prozent, aber die Umsätze gingen um 15 Prozent zurück. Das lag an Schwankungen auf den Rohstoff- und Mineralölmärkten - im Jahr davor hatten diese zu einem Anstieg um 7,5 Prozent geführt.

Deutschland auch wichtigster Markt

Deutschland (13 Prozent der Auslandstöchter und zwölf Prozent der Auslandsbeschäftigten) war der wichtigste Markt für österreichische Auslandsbeteiligungen vor Ländern in Mittel- und Osteuropa: Tschechien kam auf 7,1 Prozent der Auslandstöchter und 9,5 Prozent der Auslandsbeschäftigten, dahinter folgten Ungarn (7,0 bzw. 6,7 Prozent), die Slowakei (4,8 bzw. 4,5 Prozent), Rumänien (4,5 bzw. 7,9 Prozent) und Polen (4,3 bzw. 4,7 Prozent).