Russische Hacker sollen NSA angezapft haben

Hacker aus Russland haben einem Zeitungsbericht zufolge vor zwei Jahren geheime Cyberschutz- und -angriffsverfahren des US-Nachrichtendienstes National Security Agency (NSA) erbeutet.

Der Diebstahl sei erst im Frühling 2016 bemerkt worden, berichtete das „Wall Street Journal“ gestern unter Berufung auf namentlich nicht genannte Insider. Die Hacker hätten Kenntnis über Methoden zum Eindringen in ausländische Computernetzwerke und zum Schutz der eigenen Netze erbeutet. Es handle sich Experten zufolge um eine der bedeutendsten Cyberattacken der vergangenen Jahre.

Kaspersky spricht von „falschen Anschuldigungen“

Der Zeitung zufolge hatte ein externer Auftragnehmer die vertraulichen Informationen auf seinem persönlichen Computer gespeichert. Dort sei eine Anti-Virus-Software der russischen Sicherheitsfirma Kaspersky Lab installiert gewesen. Möglicherweise hätten die Angreifer darüber die entsprechenden Dateien identifizieren und auf sie zugreifen können. Das Unternehmen sagte der Zeitung, ihm lägen keinerlei Belege für den angeblichen Zwischenfall vor. „Daher müssen wir davon ausgehen, dass es sich um ein weiteres Beispiel einer falschen Anschuldigung handelt.“

Kaspersky hat weltweit 400 Millionen Kunden. Das US-Heimatschutzministerium hatte am 13. September den Einsatz der Software des Unternehmens in Systemen des Bundes untersagt. Zur Begründung hieß es, Kaspersky könne von der Regierung in Moskau gesteuert sein und eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA darstellen.