Puigdemont will Dienstag vor Parlament sprechen

Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont will sich am Dienstag vor dem Regionalparlament zur Lage nach dem Unabhängigkeitsvotum äußern. Heute Nachmittag würden führende Abgeordnete des Parlaments in Barcelona zusammenkommen, um den genauen Termin festzulegen, sagte eine Parlamentssprecherin.

Unklar war zunächst, ob die ursprünglich für Montag angesetzte und vom Verfassungsgericht verbotene Zusammenkunft des Parlaments noch aktuell war.

Wird Parlament am Montag tagen?

Der für Außenpolitik zuständige Vertreter der Regionalregierung, Paul Romeva, hatte der britischen BBC gesagt, das Regionalparlament werde am Montag trotz des Verbots des spanischen Verfassungsgerichts über eine Loslösung von Spanien debattieren.

Am Donnerstag hatte das oberste spanische Gericht die Sitzung des Regionalparlaments untersagt, weil eine Unabhängigkeitserklärung Kataloniens gegen die Verfassung des Landes verstoßen würde. Die Richter hatten bereits das Unabhängigkeitsreferendum der Katalanen am Sonntag für illegal erklärt.

Polizeichef vor Gericht

Unterdessen erschienen in Zusammenhang mit Ermittlungen zu Demonstrationen in Barcelona heute der Polizeichef von Katalonien, Josep Lluis Trapero, und drei weitere katalanische Vertreter zu einer Anhörung vor einem spanischen Gericht.

Trapero, die Polizeivertreterin Teresa Laplana sowie die Chefs zweier katalanischer Unabhängigkeitsgruppierungen, Jordi Sanchez und Jordi Cuixart, sollten als Beschuldigte vor dem nationalen Strafgericht aussagen. Ihnen wird „aufrührerisches Verhalten“ vorgeworfen.

Den katalanischen Vertretern droht eine Anklage in Zusammenhang mit Demonstrationen in Barcelona am 20. und 21. September. Demonstranten hatten damals die spanische Polizei, die Guardia Civil, stundenlang eingekesselt.