Wolfsrudel in Bayern aus Gehege entkommen

Aus einem Gehege im Nationalpark Bayerischer Wald ist in der Nacht auf heute ein Wolfsrudel ausgebrochen. Wie die Parkverwaltung mitteilte, entkamen sechs Wölfe aus noch ungeklärter Ursache aus der Anlage in der Nähe der Ortschaft Ludwigsthal im Landkreis Regen. Eine intensive Suchaktion sei eingeleitet worden. Auch ein Krisenstab wurde eingerichtet.

Einer der Wölfe sei noch in der Nacht von einem Zug überfahren und getötet worden, hieß es weiter. Die übrigen fünf Tiere dürften sich Angaben des Nationalparks zufolge zu diesem Zeitpunkt noch im Umfeld des Geheges aufgehalten haben.

In Freiheit kaum überlebensfähig

„Wir setzen mit höchstem Personaleinsatz alles daran, die Tiere wieder einzufangen“, erklärte Nationalparkleiter Franz Leibl. Dazu werde versucht, die ausgebrochenen Wölfe anzufüttern. Sollte das nicht gelingen, würden voraussichtlich Narkosegewehre zum Einsatz kommen. „Das letzte Mittel wäre aus Sicherheitsgründen der Abschuss der Tiere“, erklärte Leibl weiter.

Die Parkverwaltung schloss nicht aus, dass das Gehege absichtlich von Unbekannten geöffnet wurde. Ein eigentlich mehrfach gesichertes Tor sei am frühen Morgen offen gestanden. Problematisch ist, dass die Wölfe - anders als ihre freilebenden Artgenossen an Menschen gewöhnt sind. „Ein Verbleib in freier Wildbahn ist ausgeschlossen“, erklärte Leibl. Es sei davon auszugehen, dass die Wölfe auf sich allein gestellt vermutlich nicht überlebensfähig seien. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, sich den Tieren keinesfalls zu nähern oder sie gar zu füttern.