Eidinger fürchtet Angriffe vor russischer „Matilda“-Premiere

Der deutsche Schauspieler Lars Eidinger fürchtet vor der Premiere des umstrittenen russischen Films „Matilda“ um sein Leben. „Ich habe Angst, dass mir jemand wehtut oder ich angegriffen werde“, sagte Eidinger der dpa. Er spielt in dem Film von Regisseur Alexej Utschitel die Rolle des heiliggesprochenen Zaren Nikolaus II.

Drohungen gegen Filmcrew

Wegen Drohungen gegen die Filmcrew wird Eidinger Ende Oktober nicht zu der Premiere nach Moskau reisen. Er sei in seinem ganzen Leben noch nie mit derartigen Bedrohungen konfrontiert gewesen, so der Schauspieler.

Er mache sich besonders Sorgen um seine Kollegen, die durch Hardliner - russische Nationalisten - angefeindet würden, sagte Eidinger. Der Regisseur des Films sei bedroht worden, Unbekannte hätten Autos angezündet und einen Molotowcocktail in sein Büro geworfen.

Kritiker verurteilen Film

Der von Hardlinern angefeindete Film erzählt von der Beziehung zwischen dem russischen Thronfolger und späteren letzten Zaren Nikolaus II. mit der polnischen Tänzerin Matilda Kschessinskaja.

Kritiker verurteilen die Darstellung der Affäre, weil der 1918 ermordete Zar von der russisch-orthodoxen Kirche heiliggesprochen wurde. Gegner drohten Kinos mit Brandstiftung. Große Kinoketten wollen den Film aus Sicherheitsgründen nicht zeigen.