Todesstrafe: Amnesty übt scharfe Kritik an Singapur

Amnesty International hat anlässlich des heutigen Tages gegen die Todesstrafe scharfe Kritik an Singapur geäußert. Dort seien die 2013 eingeleiteten Schritte zur Abschaffung der Todesstrafe nicht entsprechend umgesetzt worden, heißt es darin.

Hinrichtungen gebe es nach wie vor, und noch immer würden etwa unbedeutende Drogenkriminelle, Ausländer und sozioökonomisch Benachteiligte zum Tode verurteilt. Der südostasiatische Stadtstaat hatte einst weltweit die höchste Anzahl an Hinrichtungen pro Einwohner, im vergangenen Jahr wurden laut Amnesty vier Personen hingerichtet.

Meiste dokumentierte Hinrichtungen im Iran

Insgesamt wurden Amnesty zufolge im vergangenen Jahr auf gerichtliche Anordnung weltweit 1.032 Menschen getötet. Den Angaben zufolge fanden fast 90 Prozent der Hinrichtungen in vier Ländern statt: im Iran (567), in Saudi-Arabien (154), im Irak (88) und in Pakistan (87). 2015 waren es insgesamt 3.117 Personen - laut Amnesty der bisherige Höchststand.

Auch in Europa wird die Todesstrafe wieder heftig diskutiert, denn seit dem Putschversuch im vergangenem Jahr droht der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, per Referendum die Wiedereinführung der Todesstrafe zu ermöglichen. In der Europäischen Menschenrechtskonvention, einem völkerrechtlichen Vertrag aller Europaratsmitglieder, ist die Todesstrafe verboten.

Auch Exekutionen in Weißrussland

Einzige Ausnahme in Europa ist das autoritäre Weißrussland: Das Regime von Präsident Alexander Lukaschenko vollstreckte laut Amnesty nach einer 17-monatigen Unterbrechung im vergangenen Jahr erneut vier Todesurteile.

Nicht erfassen konnte die Menschenrechtsorganisation, die sich unter anderem auf offizielles Zahlenmaterial sowie Berichte anderer zivilgesellschaftlicher Organisationen beruft, die Anzahl der Hinrichtungen im vergangenen Jahr in China. Amnesty geht aber von Tausenden Exekutionen aus. Im Jemen, in Laos, Nordkorea und Syrien konnten 2016 ebenfalls keine Zahlen erhoben werden.