Erste Adoption durch schwules Ehepaar in Deutschland

Erstmals hat ein schwules Paar in Deutschland ein Kind adoptiert. Wenige Tage nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Ehe für alle stimmte ein Berliner Familiengericht der Adoption durch die Eheleute zu, wie der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg heute mitteilte.

Das Gesetz war am 1. Oktober in Kraft getreten, nachdem der Bundestag die Änderung im Juni beschlossen hatte. Sie bedeutet die volle Gleichstellung in der Ehe, auch bei der Adoption von Kindern. Bis September konnten Lesben und Schwule in Deutschland nur eingetragene Lebenspartnerschaften eingehen.

Auch Ehe geschlossen

Dem Verband zufolge ließ das Paar seine eingetragene Partnerschaft am 2. Oktober in eine Ehe umwandeln. Bereits zuvor hatten sich die Männer um die Adoption eines Pflegekindes bemüht, das seit seiner Geburt in ihrer Familie lebt. Vor dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes erwogen sie daher auch schon den Gang vor das Bundesverfassungsgericht.

Am 4. Oktober reichten die Eheleute die Heiratsurkunde dann beim zuständigen Familiengericht ein. Laut Verband wurde der Brief mit der positiven Entscheidung der Abteilung Familiensachen des zuständigen Amtsgerichts den Eheleuten zugestellt. Dadurch sei die Adoption des Buben nun rechtswirksam geworden.